November 1 2019

Kiribati, Tarawa

Die Passage von Tuvalu bis Kiribati war echt entspannt. Die Prognosen sahen ja nicht gerade vielversprechend aus. Doch der Wind reichte gerade um den fetten Stahleimer in Bewegung zu halten. Ab und zu mal ein kleiner harmloser Squall und Gewitter in der Ferne. Regen bringt jeweils eine nette Gelegenheit zum Duschen und die Wassertanks zu füllen. Davon hätten wir gerne mehr gehabt. Das Leichtwindsegel ist leider beim Setzen an einer Klampe hängen geblieben, wobei ein kleiner Riss entstand. Den einen Tag Flaute verbrachten wir mit gemütlich rumhängen. Zu unserer Freude tauchte ein Walhai neben der Robusta auf! Es handelt sich dabei um den grössten Hai und Fisch der Welt! Ich dachte erst da taucht ein U-Boot auf.

Während dieser Passage sind wir das zweite Mal in unserem Leben, bei 173 Grad 11 Minuten Ost über den Äquator gesegelt. Wir sind wieder auf der Nordhalbkugel. Pünktlich zur Feier hat auch noch ein Thunfisch angebissen!

Segelyacht Inti war fast die ganze Woche in Funkreichweite. Nur gerade an dem Tag, wo sich Jona beim Fisch schlachten, deftig in die Hand geschnitten hatte, waren wir zu weit weg. Hätten sie gerne wenigstens moralisch unterstützt! Den Schnitt hat sich Jona wie ein Vollprofi selber zugenäht. Es sei total streng gegangen durch das Fleisch zu stechen. Claudi war für Operationstisch herrichten, Wunde zusammenhalten und die Knoten zuständig. Der Palstek hat aber nicht so gut gehalten. Was für ein tolles Team!

Ist schon ein gutes Gefühl wenn noch Freunde in der Nähe sind. In Kiribati, vor dem Pass ist Robusta’s Motor nicht angesprungen. Der Wind war weg. Mir schnürte es erst mal deftig den leeren Magen zusammen. Doch wir sind nicht in Gefahr. Die Strömung treibt uns vom Riff weg. ich rufe per Funk Inti an. Jona gibt noch paar wertvolle Tipps durch. Thomas prüft die Stromanschlüsse zwischen Batterie und Motor. Doch hier liegt das Problem nicht. Mit einer Schere kurzschliessen klappt dann. Die Kiste brummt wieder. Doch die Versorgerbatterien werden nicht geladen. Mist. Also nochmals abstellen. Mir entfährt ein Schrei! Thomas findet den Fehler doch noch. Ein Kabel zum Anlasserrelais war unterbrochen.

Beim Nachmachen Schere mit Plastikgriff benutzen, damit es nicht kitzelt!

Diesmal rufen wir vor der Ankunft brav die Port Control an. Erst spricht mal keiner Englisch. Irgendwann meldet sich doch noch jemand und ruft nach Itti und Rosta. Die Boarding Party muss an Land abgeholt werden. Sechs Personen. Ohje, wir haben nur ein kleines Dinghi! Thomas braust los, holt mal zwei Personen ab. Von der nächsten Fuhr ist der eine Beamte trief nass und mit Blut verschmiert. Beim Einsteigen sei er auf den Steinen ausgerutscht und ins Meer gestürzt. Die haben nicht mal einen Steg! Nummer fünf und sechs verzichteten auf die abenteuerliche Fahrt. Umso besser. Erst mal eine Zigarette für den Patienten und dann die Wunde waschen und schön verbinden.

So und nun an die Arbeit. Doch die armen Leute haben nicht mal Formulare! Name, Vorname und Geburtsdatum, plus noch alle frischen Lebensmittel und Angaben über Waffen und Tiere notiert Thomas auf ein Blatt Papier. So und jetzt nochmal alles abschreiben, denn die armen Leute haben auch keinen Kopierer! Der nasse Mann guckt noch ins Bad, in die Vor- und Achterkabine und hinterlässt dabei mit breitem Grinsen eine beachtliche Lache.

Das war schon alles. Die Pässe sind gestempelt. Falls wir in ein anderes Atoll segeln wollen, muss einige Tage zuvor ein Antrag bei Customs gestellt werden.

Welcome to Kiribati! “Mauri” ist das erste Wort was wir lernen und heisst soviel wie hallo.

October 25 2019

Tuvalu Funafuti

Das Atoll Funafuti, was zu meinem Entsetzen Funa-F-U-T-Z-I ausgesprochen wird, ist in ein paar Stunden erforscht. Das Zentrum vom Hauptort Vaiaku ist recht hübsch. Nette kleine einfachste Holzhäuser mit Wellblech oder Strohdach, dazwischen neue Häuser inklusive prominentem Wassertank im Garten, nach dem letzten heftigen Zyklon von Australien gespendet, einige kleine Geschäfte die ihre Ware feinst säuberlich assortiert darbieten, eine Bank, Hotel und kleine Gasthäuser säumen die Strassen im Zentrum. Die üppige Vegetation bietet reichlich Schatten und etwas Schutz vor der erbarmungslos bratende Sonne.

Ich glaube Tuvalu hat die grösste Dichte von Motorräder der Welt! So mieten wir gleich mal zwei Mofas, eines für Intis, um das Atoll zu erkunden. Die Vermieterin fragt nicht mal nach unserem Namen. Kassiert die 10 Dollar und in 24 Stunden sollen wir sie wieder zurück bringen. Gefahren wird hier auf der falschen Seite, keine Helmpflicht und die Verkehrsregeln beruhen auf gegenseitige Rücksichtnahme. Alle sind voll gemütlich unterwegs. Stress und Hektik scheint niemand zu kennen.

Einen Katzensprung vom Zentrum entfernt, erscheinen die Behausungen in einem neuen Licht. Der positive Eindruck von Tuvalu zerbröselt. Aus allerlei Materialien gezimmerte Buden, oft ohne Seitenwände, Müll und einige Schiffswracks zieren das schmale Atoll. Die Verwandtschaft aus der Vergangenheit nimmt einen grossen Stellenwert ein. Auf den viel zu kleinen Grundstücken thronen ihre Grabstätten vor den Hütten liebevoll geschmückt. Für das überbevölkerte Atoll nehmen sie meiner Meinung nach zu viel wertvolles Land für den Gemüseanbau weg. Doch hier wird auf den mit bunten Fliesen und Blumen verzierten Grabstätten auch gerne mal ein Mittagsschläfchen abgehalten. 

Tuvalu, eines der kleinsten Länder der Welt, steht durch die Klimaerwärmung vor riesigen Herausforderungen. Fruchtbarer Boden wird durch den Anstieg vom Meeresspiegel und die immer heftigeren Stürme überspült.  Ich staune wie viel Energie die Regierung mit Unterstützung vom Ausland in diesen fast schon verlorenen Ort investiert. Vorbildlich ist der Fakt, dass seit August dieses Jahres Einwegplastik verboten und eine Steuer auf Importware erhoben wurde, um das Recyclen oder Exportieren des Mülls zu finanzieren. Ein weiteres sehr interessantes Projekt, die kostenlosen Workshops zur Selbstversorgung. Hier wird gelehrt, wie  Familien ihr eigenes Gemüse anbauen können, wie Kompost hergestellt wird und Bewässerungssysteme angelegt werden. Traditionell werden die Blätter verbrannt statt kompostiert. 

Das eindeutige Highlight von Vaiaku ist die während des zweiten Weltkrieges von den Amis errichtete Flugpiste. Sie ist heute noch als Internationaler Flughafen in Betrieb. Ab fünf Uhr abends ist hier der Bär los. Landen oder starten keine Flugzeuge, wird hier Fussball und Volleyball gespielt, gepicknickt, Musikboxen aufgestellt, Kinder tollen herum, Hunde toben auf der Piste, zahlreiche Mofas knattern hin und her – was wohl die einzige Abkühlung vom heissen Tag bringt. Auch wir geniessen die Abende am Rande der Flugpiste in Atas Kneipe und Gasthaus mit dem Sarg im Vorgarten. In heissen Nächten schleipfen die einen ihre Matten aus den Häusern und pennen auf dem weissen Mittelstreifen! Wenn die Sirene der Feuerwehr ertönt, muss die Piste schnell geräumt werden. Das ganze Chaos ist tatsächlich erstaunlich diszipliniert, vor der Landung von Air Fiji beseitigt!

Schade ist es nicht möglich, die so weit auseinander gelegenen Atolle zu besuchen, ohne wieder nach Funafuti zum ausklarieren zu müssen. Bis vor wenigen Jahren wurden noch Sonderbewilligungen erteilt. Dies ist mit der Begründung unterbunden, dass einige Segeler sich nicht an die Bestimmungen gehalten haben. Die Behörden verstehen nicht, dass Segler auf den Wind angewiesen sind, welcher in der Konvergenzzone sehr launisch ist. 

Wir beobachten sorgfältig die Wetterprognosen. Der Einfluss des süd-ost Passat wird ab November immer schwächer und die Konvergenzzone wechselt stetig ihre Lage. In wenigen Tagen könnte eine Weiterreise nach Kiribati über den Äquator gelingen.

 

 

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October 19 2019

Einklarieren in Tuvalu

Zehn Uhr geht’s los. Endlich wieder Land unter den Füssen. Eine Woche dauerte die Passage von Fiji nach Tuvalu. Einklarieren, Behördenrennen.
Auf die Kleiderordnung pfeifen wir mal. Knie und Schultern bedeckt. Geht doch gar nicht bei dieser Hitze! Die INTI und ROBUSTA Crew haben einen Kater, da wir gestern die Ankunft zu ausgiebig gefeiert haben. Zudem bin ich auch noch Landkrank. Ich war noch nie Seekrank, doch die ersten Stunden nach einer Passage an Land, leide ich in engen Räumen. Die Wände bewegen sich und drohen auf mich einzustürzen. Mir ist übel.

Im neuen Regierungsgebäude, gleich hinter dem Neubau mit türkis Dach, ist es schön kühl. Doch niemand weiss so genau wo wir hin müssen. Zweiter Stock links. Dort oben angekommen, heisst es rechts unten. Nein, da waren wir schon. Ah, links unten ist die Immigration. Der im Rock gekleidete nette Mann, findet im ganzen Büro keinen Stift, zum die Formulare ausfüllen. Jetzt zur Quarantäne. Mitte rechts. Erneut ein Formular ausfüllen. Kennen das Gebäude schon bald besser, als die Leute die dort arbeiten.


Dann latschen wir bei praller Mittagshitze, eine gefühlte Stunde zum Spital. Jemand fragt dort, ob wir gesund sind. Ja – kostet 20 Aussi Dollar. Jetzt noch zum Hafen. Dort ist der Zoll. Können auf der Ladefläche eines Pick Up mitfahren. Ja und dort stecken wir die Mecke nun ein, weil die Port Control bei der Ankunft nicht angerufen wurde. Hier müssen wir bei der Abreise noch einen unbestimmten Betrag bezahlen. Ausklarieren geht nur hier. Dabei liegen noch einige Atolle auf der Strecke nach Kiribati die optimal wären, um bei Flaute auf Wind zu warten. Verstehen die Regeln nicht. Kein Wunder bei dieser Hitze.

Nun nochmals zurück zum Regierungsgebäude um die Zeremonie endlich abzuschliessen. Ohne jegliches Beweisstück, dass alle Stellen besucht wurden. Der nette Beamte ist nicht mehr da. Die Chefin ist dort und faucht wie ein Drache was von falscher Reihenfolge. Irgendwann begreift sie dann doch, dass alles seine Richtigkeit hat. Sie wird etwas sanfter. Doch auf eine Bewilligung um noch weitere Atolle nach dem Ausklarieren anlaufen zu können, geht sie nicht ein. Zudem muss jede Schiffsbewegung vorab angekündigt werden.

Ohje. Immerhin können wir uns jetzt legal und frei im Kaff bewegen.

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October 18 2019

Passage Fiji nach Tuvalu

Segelyacht Inti ist in Sichtweite. Kontakt besteht über VHF-Funk mit etwa 20 Seemeilen Reichweite. Entfernen wir uns zu weit voneinander, geht nur noch e-mail, was mit der vorhandenen Technologie nur sehr beschränkt möglich ist. 

Den Text, den ich vorgestern schrieb, habe ich bewusst wieder gelöscht. Mir fehlte der Mut meine wirklich unschönen Gefühle und Gedanken zu veröffentlichen. Sobald das Ziel erreicht ist, verfliegt das Negative trotz Flaute, in Windeseile.
Die letzten 650 Seemeilen waren einer der härteren Abschnitte. Schönstes Segeln löste sich schon bald mit Flaute und Hitze ab.

Liegen auf mit Schweiss getränkten Bettlaken festgeklebt. Robusta wogt unkontrolliert in der Dünung. Wo die Fotos in Zeitschriften vom spiegelglattem Pazifik herstammen, würde mich mal interessieren. Der Hunger muss sehr gross sein bevor einer von uns zu kochen beginnt. Die Steigerung, der neue Wetterbericht verspricht Flaute für die nächsten Tage! Dem Teppich mit den Bimssteinen ist glücklicherweise keiner von uns auf der ganzen Strecke begegnet!

Mit der Segelyacht Inti, die jetzt wieder in Reichweite dümpelt, beraten wir uns. Die Konvergenzzone bringt unbeständige Winde aus allen Richtungen mit den gefürchteten Squalls. Das zermürbende Spiel mit flappenden Segel – Segel bergen – Segel setzen – reffen – heftiges Schaukeln und dabei wie ein Rollkeks durchgenudelt werden, nimmt kein Ende. Alles ist anstrengend. Das Boardklima steht auf dem Tiefpunkt.
Mit Einsatz vom „Arabischen Wind“ wäre das Ziel in etwas mehr als 30 Stunden erreicht. Ich hasse motoren! Der Krach zerrt an den Nerven und die Robusta muss unter Motor von Hand gesteuert werden. Wir besitzen keinen Autopiloten und denken auch nicht daran etwas zu ändern.
Wir sind Segler – auch in den Kalmen!


So hängt Thomas nun, alle paar Minuten den Kurs korrigierend, am Steuer. Wir schreien einander an, weil die Ohren mit Stöpseln gegen den Krach geschützt sind. Nachts pennen wir, wechseln uns für den Ausguck ab. Thomas scheint es nicht viel auszumachen, Stuuuuuunden zu steuern.
Danke Schätzi!!!!!

Wie viele Tage und Nächte vergangen sind, müsste ich im Logbuch nachschauen. Tuvalu haben nun beide Yachten fast gleichzeitig erreicht. Liegen ganz ruhig im Atoll von Funafuti vor dem Dorf Vaiaku. Funafuti wird Funafutzi ausgesprochen! Wie schrecklich. Dann erst mal ausgiebig im pisswarmen Wasser baden und vergebens auf Abkühlung hoffen. Niemand denkt daran, die Port Control über unsere Ankunft zu informieren.

October 12 2019

Stressiger Aufbruch in den Norden

Robusta ist vollgepackt mit Lebensmittel. Wann und wo ein Grosseinkauf wieder möglich ist, wissen wir nicht. Japan soll ja teuer sein. Dann eventuell erst wieder in Alaska.

Das frische Gemüse und die Früchte werden sich bei dieser Hitze nicht lange halten. Einiges davon habe ich bereits eingemacht. Die Gläser mit dem Sauerkraut sind in einer Wanne im Cockpit zwischengelagert. Der Prozess der Säuerung ist noch nicht ganz abgeschlossen. Es brodelt und zischt immer wieder aus den Weckgläsern. Durch die Gummidichtungen kann das Gas gefahrlos entweichen. In Chile habe ich mal Karotten gesäuert. Wegen der Kälte stellte ich die Schraubgläser direkt an die Sonne um den Prozess zu beschleunigen. Die Blechdeckel wölbten sich nach wenigen Tagen bedrohlich. Lucie meinte, das sehe nicht gut aus. Ich solle den Überdruck vorsichtshalber in der Dusche ablassen. Hallelujah, bin froh musste ich nicht mit der Karottenfrisur, triefnass durch die ganze Marina latschen. Das Deckshaus zu reinigen wäre massiv mühsamer gewesen, doch die Dusche der Marina sah auch recht übel aus…

Beschaffung von Trinkwasser wird uns die nächsten Monate auch beschäftigen. Die 550 Liter in den Tanks sind zum Kochen und Trinken gedacht. Für den Abwasch und Duschen wird Salzwasser verwendet. Petrus sei bitte gnädig und spende ab und zu mal einen schönen Regenguss um die Tanks zu füllen! 370 Liter Diesel ist eine ganze Menge, vorausgesetzt Flauten werden ausgesessen. Bis zu den Marshall Inseln geht die Route über den Aequator und somit durch die Kalmen. Unbeständiges Wetter und Windstille werden zur Herausforderung.
Schon beim Start der zirka fünf tägigen Überfahrt in den Norden, weht kein Lüftchen. Doch es eilt. Also ist schon ein Teil vom Diesel bis zum Riff, welches vor Einbruch der Dunkelheit passiert sein soll, sinnlos verbraten. Ankern ist nach dem Ausklarieren nicht mehr erlaubt. Bei Verstoss drohen happige Bussen. Kontrollen werden tatsächlich gemacht. Haben’s zwei mal selber erlebt.

Zu unserer Überraschung weht beim Riff eine leichte Brise. Der Motor ist aus, Grosssegel, Klüver und Fock sind gesetzt. Wie schön diese Ruhe. Thomas und ich bestaunen bei Sonnenuntergang wehmütig und entspannt die schöne Bergkulisse der Yasavas.

Ob wir jemals im Leben wieder mal nach Fiji kommen?

October 9 2019

Abschied von Fiji

Ach nein, dieser Fiji Day, der Nationalfeiertag ist ja am 10. Oktober. Ganz vergessen. Dann wäre doch ein Wetterfenster! Am Fiji Day geht in diesem Land gar nichts. Nicht mal die Busse fahren. Ausklarieren kannste vergessen. Geplant ist gemeinsam mit unseren Freunden Claudi und Jona von der Segelyacht Inti zu den Marshall Islands zu segeln. 

Der Motor ist wieder zusammengebaut. Probefahrt bestanden. Doch der Eingriff in die tiefsten Eingeweide der Robusta hat nicht gerade viel bewirkt. Der Motor schnurrt schön, doch beim Gang einlegen klackerts immer noch. Die Mechaniker befürchteten, dass der Rückwärtsgang zum Abbremsen irgendwann nicht mehr rein geht. 

Die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Thomas hängt jetzt auch noch im Mast. Die Funkantenne soll für bessere Reichweite in den Masttop. Claudia und ich machen Sauerkraut und kochen diverse Früchte und Fleisch ein. 

Am 17. August wurde in den Medien von einem submarinen Vulkanausbruch zwischen Tonga und Fiji berichtet. Ein Segler ist kurz darauf in einen gigantischen Teppich aus Bimsstein geraten. Timo, der Manager von Vuda Marina erzählt, einige Segler hätten Motorprobleme weil die wenige Millimeter bis 15 cm grossen  Steine das Kühlsystem blockiert haben. Toiletten vertragen sowas auch überhaupt nicht!

Entschliessen uns für Plan X. Wählen die 50 Meilen längere Route und segeln aus dem Pass südlich von Mana Island. Wegen dem Fiji Day halt schon einen Tag früher als geplant. Die Konvergenzzone hat sich noch nicht nach Nord verzogen. Also schwächelt der süd ost Passat.                        

Ausklarieren kostet in der Vuda Marina extra. Dafür bleibt uns die Fahrt nach Lautoka erspart und in der Marina können wir eine Nacht umsonst liegen. Die Beamten kommen nicht vor 11 Uhr. Was bedeutet das in Fiji Time? Vor Einbruch der Dunkelheit muss das Riff passiert sein. Alles klappt bestens. Die Beamten kommen nicht mal an Bord um zu kontrollieren, ob der Schrank mit dem ganzen Alkohol noch versiegelt ist.

Jetzt noch Wasser tanken und allen tschüss sagen. 

Zum Abschied singen die Mitarbeitenden der Marina ein traditionelles Fijianisches Abschiedslied. Wir sind zu Tränen gerührt.

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October 1 2019

Reparatur in der Vuda Marina

Robusta liegt in der von Zyklonen sicheren Marina. Die Liegeplätze sind in einem kreisrunden Becken angeordnet. In der Mitte liegt eine fette Boje. Zieht ein Sturm auf, werden die Yachten mit Leinen an dieser Boje zusätzlich gesichert. Die an Land liegenden Yachten stehen in einem Grab. Sieht jedenfalls so aus. Der Kiel sitzt im Loch und die Boote haben somit eine kleinere Angriffsfläche für heftige Winde.https://www.vudamarina.com.fj/

Thomas zerlegt bei extremer Hitze und absoluter Windstille den Motor. Das defekte Teil sitzt auch am dümmsten Ort. Immerhin muss der Motor nicht aus dem Schiff gehoben werden. Die Welle muss ein Stück raus, damit das Getriebe raus kann. Ich hatte schon schlimme Träume deswegen. Welle sei einfach rausgerutscht und der Motorraum mit Wasser vollgelaufen. Thomas tut mir leid. Er muss auch noch ins gruselige Hafenwasser um den Propeller ab zu schrauben. Pfui Teufel. Bin froh kann ich mit dem überfüllten Bus nach Lautoka fahren um weitere erforderliche Dinge für die Reparatur zu besorgen. Renne Meilen durch die Stadt um alles zu finden. Die Fiji People sind jedoch super hilfsbereit. 

 

Drei Tage dauert die Prozedur der Zerlegung. Dann nochmals so lange um alles wieder in der richtigen Reihenfolgen zusammen zu bauen. Schön doof wenn am Schluss noch paar Schrauben und Teile übrig sind. Stell dir vor, du musst für all die Arbeit einen Mechaniker bezahlen. Thomas ist ein Genie. Er kann einfach alles ausser tanzen! 

Das Leben in der Marina ist, neben der enormen Hitze und den Schwärmen von Moskitos, sehr nett. Einige Freunde sind ebenfalls da um an ihren Yachten zu werkeln. Sind mittlerweile eine tolle Truppe hier. 

Leider ist der Zeitpunkt gekommen um uns von Hanspeter und Susanne von der Mi Corazon zu verabschieden. Hier trennen sich unsere Wege. Die beiden segeln via Neukaledonien nach Sydney und wir sausen in den Norden. Wer eine tolle Zeit mit euch zu segeln!

Mode Vinaka

 

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September 20 2019

Musket Cove Regatta Week

Vanuatu fällt für uns endgültig aus. Ich habe ein Zahnproblem! Dabei war ich doch gerade in Suva bei der Zahnreinigung! Als wir den Ankerplatz Musket Cove verlassen, überholt uns Matthias mit seinem Dinghi. Er sei Zahnarzt! Er will mal gucken. So lehne ich mich über die Reling der fahrenden Robusta. Matthias guckt vom Dinghi und stellt bei 5 Knoten speed eine exakte Diagnose. In Nadi kann das Problem nicht gelöst werden. Ich muss nach Suva! Fünf Stunden mit dem Bus reisen! Ich habe Glück. Kann bei Klaus in Suva auf seiner Yacht  übernachten und am nächsten Tag mit ihm zurück nach Musket Cove segeln. 
Perfekt!
Thomas freut sich, denn in diesem Fall melden wir uns für die Regattawoche an. Viele unserer Kollegen werden auch teilnehmen! Wird bestimmt lustig. 
 
Und es war echt eine tolle Woche! Viele neue Bekanntschaften gemacht, alte Kumpels wieder getroffen, da war echt viel los. https://corporate.southpacificislands.travel/event/fiji-regatta-week-2019/
 
An der Sand Bank Regatta ging die volle Post ab. Weit über 30 Knoten Wind! Thomas und ich segelten als Vorschoter auf der Kanadischen Segelyacht Harlekin mit. Paar Yachten erlitten Schäden. Bei unserer Freundin viel das Steuer aus. Genau mitten im Pass von zwei Riffen! Die Crew war so geistesgegenwärtig, dass sie unter voller Besegelung den Anker schmiss und so die Kiste paar Meter vom Riff zum Stillstand kam.
Wir schnitten nicht so gut ab. Kamen immerhin noch rechtzeitig zum Grillfest. Aber im nächsten Rennen belegten wir einen Podestplatz, Rang 3! Thomas war der perfekte Leichtwind Stratege an Bord der Harlekin. 
 
Paar Eindrücke zur Regattaweek:
 
 
 
Während der Regatta Woche nutzen wir die Gelegenheit, um mal einen Mechaniker um Rat zu fragen. Nach einer Probefahrt und weiteren Meinungen die Thomas eingeholt hat, wäre es ratsam die Dämpferplatte auszuwechseln. Diese dämpft die Vibrationen des Motors zum Getriebe, sie ist am schwungrad befestigt. Dies geschieht mit Federn, die manchmal brechen können. Nach Recherche bei Vetus Holland konnten wir diese bei Vetus Brisbane bestellen. 
 
Ein Mechaniker der Thomas beraten hat, schickte das ganze Werkstatthandbuch von unserem Motor in PDF! Toll, das wollten wir schon immer haben!! Das Paket wurde in die Vuda Marina bei Lautoka geliefert. Kam innert einer Woche an. Der Trick ist, das Ersatzteil über den Yachtshop zu bestellen, damit das Zollverfahren zackiger über die Bühne geht.
 
 
 
 
 
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September 8 2019

Port Denarau, Segler-Community

Oft ist von der “Segler-Community” die Rede. Nun habe ich das Wort Community mal gegoogelt. Nun bin ich über den Wortgebrauch doch etwas irritiert.

“Gemeinschaft, Gruppe von Menschen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen, gemeinsame Interessen pflegen, sich gemeinsamen Wertvorstellungen verpflichtet fühlen”

Was wir jedoch gestern erlebt haben, hat uns zu denken gegeben. 

Sind mit unseren Freunden an Bord gerade in Port Denarau angekommen. Ankern vor der Hafeneinfahrt. Hier liegen so einige Yachten bei über zwanzig Knoten auflandigem Wind. Nun driftet plötzlich eine unbesetzte Yacht Richtung Land und rammt dabei eine andere. Thomas und Jonas hechten ins Dinghi. Claudi und ich brüllen um Hilfe. Zwei weitere Personen eilen zum Unglücksort. Mit dem Fernglas kann ich erkennen, dass die vier Helfer auf den heftig stampfenden Yachten am Ankergeschirr hantieren. Jetzt knallen die beiden Yachten immer wieder seitlich aneinander. Die Masten sind nun in grosser Gefahr. Ich setze per Funk einen Notruf ab. Niemand antwortet! Bei fast allen umliegenden Yachten ist ein Dinghi festgezurrt. Also muss jemand an Bord sein. 

Verzweifelt rufe ich den Katamaran, der gerade angekommen ist. Ein Mann antwortet. Er hätte aber leider gerade keine Zeit, weil er dringend zum Segelmacher müsse. Sein Dinghi lag bereits einsatzbereit im Wasser. 

Die gerammte Yacht kann mit Mühe wieder in tieferes Wasser in Sicherheit gebracht werden. Doch wer kümmert sich nun um die zweite Yacht?

Thomas und Jonas sind zurück. Sie berichten, dass sie den Motor der abgedrifteten Yacht nicht starten konnten. Da war kein Schlüssel. Nur so ein gebasteltes Metallteil steckte im Zündschloss. Dies ist zu allem Elend in dieser brenzligen Situation abgebrochen. Die Yacht sitze jetzt im Schlick fest. Glücklicherweise bei Ebbe. In ein paar Stunden schwimmt sie wieder.

Während dem Geschehen habe ich Fotos von den umliegenden Yachten gemacht. Zu meinem Entsetzen erkenne ich darauf Leute, die mit dem Fernglas das Geschehen untätig begaffen! 

Ist das Seemannschaft ? ? ? Ich bin geschockt. Entsetzt über das unsolidarische Verhalten der sogenannten Community. 

Tage später, zurück in Musket Cove, läuft eine Oyster Yacht unter Motor auf’s Riff. Wasser ablaufend. Jetzt muss alles schnell und doch überlegt angegangen werden. Innert kürzester Zeit eilen einige Segler mit ihren Beibooten herbei und helfen. Alles geht recht chaotisch zu und her. Niemand koordiniert. Der Skipper der Yacht stand verständlicherweise unter Schock. Ein Bulabootfahrer mit fettem Motor, schnappte sich das Fall (Leine die über die Mastspitze läuft um das Segel zu setzen). So wird die Yacht in Schräglage gezerrt, damit der Kiel wieder frei kommt. Das Fall hat sich bei der Übergabe im Geräteträger verfangen. Jemand legt eine Leine mit Anker vom Heck der Yacht um zu verhindern, dass das Ruder auch noch aufs Riff kommt. Die gespannte Leine birgt jedoch eine Gefahr für die Propeller. Mehrere Leute stossen gleichzeitig die Yacht mit ihren Dinghis vom Riff weg. Mit all den helfenden Händen kam die Yacht mit paar Kratzern wieder frei. Das nenne ich Solidarität!

Wieder zurück zur Seemannschaft, Solidarität und Community. Ich frage mich wie viele Segler das Funkgerät am Ankerplatz überhaupt eingeschaltet haben. Oft erlebe ich, dass es wie ein Telefon benutzt wird. Mal schnell auf Notkanal 16 den Nachbar für eine Verabredung zum Bier rufen….. Das ganze Gequatsche kann am Ankerplatz schon ganz schön nerven. Wir stellen darum auch oft ab wenn wir in Ruhe pennen wollen. Das darf doch eigentlich nicht sein?! 

Ja und wie es so oft im Leben spielt, begegnen wir später dem Mann aus der sogenannten Segler Community, der so dringend sein Segel zur Reparatur bringen musste. . . Früher oder später werde ich auch noch die Fernglas Gaffer antreffen. . .

wünsche allen  S A F E   S A I L I N G

 

 

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September 1 2019

Musket Cove, Anja’s Geburtstag

In der Musket Cove, bei der Insel Malolo, findet mitte September die Regatta Woche statt. Thomas würde sehr gerne an diesem einwöchigen Event teilnehmen. Ich mag solche Grosssanlässe nicht so. Mich zieht es eher nach neuen Horizonten wie Vanuatu. Einklarieren ist dort jedoch recht teuer. Ein weiterer Nachteil ist, von dort zu den Marshall Inseln zu gelangen, ist mühsamer. Würde bedeuten, eher gegen den Passat zu segeln. Noonsite (Infoseite für Segler) gab im Juli eine Warnung raus, dass zur Zeit keine Yachten nach Havannah Harbour, Efate in Vanuatu einlaufen dürfen. Grund dafür ist der endemische Kokosnuss-Nashornkäfer. Segler in der Nähe werden aufgefordert, keine Lichter, ausser dem Navigationslicht anzumachen. Dies damit das Vieh vom Licht angezogen, nicht mit einer Yacht in andere Gebiete mitreist. 

Entscheiden uns später in Ruhe über die weiteren Pläne.

Meinen Geburtstag würde ich gerne mit Freunden in der Musket Cove, einer Marina mit netter Bar und Grill feiern. Kava-freie Zone! Dort darfst du dein eigenes Essen ohne Getränke mitbringen. Mehrere nette Hotelanlagen säumen den Strand. Ein Ort welchen die Segler als “Urlaub vom Segeln” empfinden. 

Aber erst müssen wir mal von Suva loskommen. Das Maritime Bulletin gibt eine Schwellwarnung von vier Meter raus. Mit dem Fernglas vom Ankerplatz aus gesehen,  erscheinen die Wellen am Riff gigantisch. Auslaufen oder nicht? Warten noch bis der Wind mehr auf Süd-Ost dreht. Den Durchgang vom Riff wollen wir jedenfalls bei Stillwasser passieren. Unsere Kollegen sind schon am frühen Morgen ausgelaufen. Sie werden an mein Geburtstagsfest kommen. 

Gegen Mittag verabschieden wir uns im Yacht Club. Der Wind hat nun gedreht und die Robusta tanzt an den Surfern vorbei, die ihren Spass an der krassen Brandung am Riff haben. Unter Segel und mit laufender Maschine geht’s raus in die offene See. Biegen in den Kanal zwischen Beqa Island und dem Festland. Dort ist die See erträglicher. Sind viel zu schnell unterwegs. Wollen erst morgen bei Sonnenaufgang durch die Navula Passage. Also Segel reffen. Doch mit so wenig Speed werden die Schiffsbewegungen echt mühsam.

Laden Claudi und Joni ein, mit uns ein paar nette Tage zu verbringen. Holen sie in der Vuda Point Marina bei Lautoka ab. Die beiden brauchen mal Pause von der Schufterei auf der Werft. Nach der Überfahrt erholen wir uns alle im Liegestuhl am Pool von Musket Cove. 

War ein echt schöner Geburtstag. Schon am frühen Morgen ging’s los. Diverse Freunde und Segler kamen auf die Robusta um zu gratulieren. Später verlegten wir das Fest vom Ankerplatz zum Grill der Marina. Ich wünschte mir ein Pot Luck Dinner. Wie so manchmal das Schicksal spielt, brachten alle ausnahmslos Kartoffelsalat mit! hahaha.

Wie wir später erfuhren, ereignete sich noch ein gröberes Schicksal. Die Yacht die vor uns aus Suva ausgelaufen ist, zerschellte auf der Reise nach Musket Cove an einem Riff. Alle leben noch, doch die schöne Stahlyacht hat totalschaden erlitten!

Liebe Crew, falls ihr das lest, wir wünschen euch alles Gute und wir sind heilfroh, dass ihr noch lebt!!!!

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