{"id":10126,"date":"2019-07-20T22:50:33","date_gmt":"2019-07-20T22:50:33","guid":{"rendered":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=10126"},"modified":"2019-09-22T22:59:53","modified_gmt":"2019-09-22T22:59:53","slug":"passage-zu-den-lau-inseln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=10126","title":{"rendered":"Passage zu den Lau Inseln"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wind und Regen sind an der Ostk\u00fcste von der Hauptinsel Viti Levu eine Seltenheit. Wir wollen aber weiter. Hier an der Westk\u00fcste werden die Zuckerrohrfelder abgefackelt um die Ernte zu erleichtern. Es stinkt und kleine schwarze schmierige Fussel landen an Deck. Sie haben sogar den Weg bis ins Bett gefunden! Alles ist voll davon. Grrrr, nerv. Also nichts wie weg hier. Anker auf und die Schleppleine raus. Bald beisst auch schon ein fetter Mahi Mahi und die Fussel sind vergessen. An dem knabbern wir bestimmt eine Woche rum.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholderDie Lau Group liegt um die 100 Seemeilen \u00f6stlich von Savusavu oder Suva. Zu den Lau zu gelangen, ist etwas doof. Einklarieren kannst du nur in Suva, Lautoka oder Savusavu. Also erstmal am Ziel vorbeifetzen, einklarieren und dann m\u00fchsam gegen den Passat zur\u00fcck stampfen.<\/p>\n<p>Zirka alle zwei Wochen dreht der Passat entweder eher n\u00f6rdlich oder s\u00fcdlicher. Auf solch eine Wetterlage warten wir nun. Bew\u00e4ltigen erst mal die 140 Seemeilen bis Savusavu in mehreren Etappen, bei absoluter Windstille. Ausnahmsweise unter Motor. Alles innerhalb des n\u00f6rdlichen Riffg\u00fcrtel von Viti Levu.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_1_placeholderSeit dem letzten Aufenthalt vor zwei Jahren, hat sich in Savusavu vieles ge\u00e4ndert. Werden schon mal angepisst, weil wir im Fluss ankern. Die neue Marina ist immer noch nicht fertig. Da war angeblich mal ein Baustop wegen illegaler Abholzung eingelegt. Gut so. Doch nun scheint alles wieder weiter zu gehen. Es ist traurig zuzusehen, wenn die vielen V\u00f6gel der Mangroven laut zwitschernd fl\u00fcchten, wenn die schweren Baumaschinen B\u00e4ume umrammen. \u00dcber der Baustelle h\u00e4ngt vom nassen Holz, das dort verbrannt wird, ein dicker Qualm.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_2_placeholderSusanne und Hanspeter liegen mit ihrer Yacht Mi Corazon an einer Boje. Ich freue mich riesig die beiden wieder zu sehen. Thomas und ich machen mehrere tolle Ausfl\u00fcge in die Berge. Fahrpl\u00e4ne sind ein R\u00e4tsel mit mindestens sieben Siegel. Fragst du sieben Busfahrer, bekommst du genau so viele verschiedene Antworten. Prompt taucht auf dem R\u00fcckweg kein Bus auf. So laufen wir auf der Strasse, irgendwo in den Bergen in str\u00f6mendem Regen Richtung Savusavu. Ein junger Typ hat Erbarmen. Nimmt uns mit, ohne dass wir Autostop gemacht haben. Er f\u00e4hrt uns mit seiner gepimpten Karre zur\u00fcck. Schneller und fast so gekonnt wie Schumacher. So kommen wir doch noch p\u00fcnktlich zu Susannas Geburtstagsfest. Sally und Metthew von der Segelyacht Alchemist sind auch eingeladen. Die beiden haben wir heute Nachmittag zuf\u00e4llig im Bus kennen gelernt. War ein nettes Fest mit feinem Essen und viel Kopfweh danach&#8230;<\/p>\nngg_shortcode_3_placeholder\n<p>ngg_shortcode_4_placeholderJep und der Passat dreht tats\u00e4chlich auf S\u00fcd! Jetzt aber schnell noch dick einkaufen. In den Lau Inseln gibt es keine L\u00e4den. Die wenigen G\u00fcter die mit Versorgungsschiffen auf die abgelegenen Inseln gebracht werden, sollten meiner Meinung nach nicht von den Seglern aufgekauft werden. Der Markt in Savusavu ist ein Traum! So viel sch\u00f6nes Gem\u00fcse und \u00fcberall riecht es intensiv nach Indischen Gew\u00fcrzen. Nur bei den Eier habe ich mich vergriffen. Viele waren schon \u00fcbers Datum. Mist, die Kavab\u00fcschel (Yaqona) sind hier massiv teurer als in Suva! Kava sind getrocknete Wurzeln aus der das traditionelle Getr\u00e4nk hergestellt wird, welches M\u00e4nner gemeinsam aus einer grossen Sch\u00fcssel trinken. Darf nat\u00fcrlich nicht fehlen. Beim Besuch eines Dorfes wird erwartet, dass dem Dorfchef eine Yaqona \u00fcberreicht wird. Kava w\u00e4chst in den Lau Inseln nicht. Darum ist es ein besonders begehrtes Geschenk.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_5_placeholderKurz vor dem Ablegen entflammt noch eine Diskussion wegen der Routenplanung. Erst ganz in den S\u00fcden-Osten nach Fulaga segeln? Oder doch erst die Inseln im Osten ansteuern? Von Fulaga w\u00e4ren alle anderen Inseln leichter zu erreichen. Studieren wiederholt verschiedene Wetterberichte. Wir denken, f\u00fcr die gem\u00fctliche Robusta ist das Wetterfenster zu kurz um Fulaga zu erreichen. Mit Wind voll auf die Nase, erreichten wir Fulaga auch unter Motor nicht falls der Wind zu fr\u00fch dreht. Den anderen w\u00e4re es egal die Flaute zu nutzen und die ganze Strecke unter Motor zu fahren. Mit Kurs auf Fulaga d\u00fcmpeln wir los. Doch bereits auf H\u00f6he von Koro Island stellt der Wind ab. Flaute. So drehen wir um und ankern im Norden von Koro und warten dort auf den Winddreher. Unsere Freunde informieren wir per Funk \u00fcber die Plan\u00e4nderung.&nbsp; Alchemist tuckert bei Flaute nach Fulaga.&nbsp;<\/p>\n<p>Hanspeter und Susanne folgen uns. N\u00e4chster Treffpunkt ist Vanua Balavu Island.<\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Morgen, bevor wir weiter segeln wollten, kommt ein kleines Fischerboot daher. Die Insassen sehen wie schmuddelige Piraten aus. Allerlei Fischerutensilien liegen unsortiert im Kahn. Sie schenken uns sechs Kokosn\u00fcsse und Bananen und leihen ein Messer von uns aus, um ihre K\u00f6der zu zerlegen. Sie laden uns in ihr Dorf ein. Doch wir wollen weiter. Ich schneide vom frischen Kuchen f\u00fcr jeden zwei St\u00fccke ab und \u00fcberreiche sie ihnen mit einem kleinen T\u00fctchen gemahlenem Kava.&nbsp;<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten fr\u00fchen Morgen sind wir p\u00fcnktlich bei Hochwasser vor dem Nggilanngila Pass (wird tats\u00e4chlich so geschrieben). Die aufgehende Sonne verunm\u00f6glicht das Erkennen der Riffe. So orientieren wir uns an den Seekarten von Navionics und den weissen Landmarken am Ufer. Gerade vor Kurzem ist dort eine Yacht aufs Riff gescheppert.<\/p>\n<p>Fiji ist kein einfaches Seegebiet! Unz\u00e4hlige Riffe bedeuteten schon f\u00fcr so manche Yacht das bittere Ende einer Reise. Die Seekarten sind oft ungenau. Wir navigieren mit Navionics und mit Overlay von google maps. Die Satellitenbilder sind super. Einfach nicht segeln wo eine Wolke auf dem Bild erscheint. Nicht vergessen Navionics immer ganz reinzoomen damit alle Details sichtbar werden!!! Und als zweite Option oder als Back Up nutzen wir Open CPN. Auf Sicht Navigieren ist in Fiji unerl\u00e4sslich. Die Sonne im R\u00fccken, leicht bewegte Wasseroberfl\u00e4che, zwischen 10 und 16 Uhr sind optimal. Mit polarisierten Sonnenbrillen erscheinen die Farben kr\u00e4ftiger. So lassen sich die Riffe gut erkennen. Dunkles Wasser bedeutet tief. Also keine Gefahr. Desto heller blau &#8211; umso weniger tief. Braun, Gr\u00fcn, Gelb sind die Farben der Korallenk\u00f6pfe. Also Alarmstufe rot! Segeln in der Nacht ist hier trotz modernster Technik gef\u00e4hrlich. Routen m\u00fcssen sorgf\u00e4ltig geplant werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Wind und Regen sind an der Ostk\u00fcste von der Hauptinsel Viti Levu eine Seltenheit. Wir wollen aber weiter. Hier an der Westk\u00fcste werden die Zuckerrohrfelder abgefackelt um die Ernte zu erleichtern. Es stinkt und kleine schwarze schmierige Fussel landen an Deck. Sie haben sogar den Weg bis ins Bett gefunden! Alles ist voll davon. 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