{"id":10254,"date":"2019-08-05T01:50:05","date_gmt":"2019-08-05T01:50:05","guid":{"rendered":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=10254"},"modified":"2019-09-25T01:52:07","modified_gmt":"2019-09-25T01:52:07","slug":"lau-group-fulaga","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=10254","title":{"rendered":"Lau Group, Fulaga"},"content":{"rendered":"<p>Stampfen unter Motor aus der Bucht von Susui zum Tongan Pass. Es regnet und der Wind pustet mit \u00fcber 20 Knoten gegen uns. Die Ausfahrt aus dem Riff ist gegen S\u00fcd offen. Also keine Wind gegen Strom Situation, die enorme Wellenberge aufbauen k\u00f6nnte. Doch der Schwell aus S\u00fcd-Ost dr\u00fcckt rein. Mehrere Yachten funken uns an. Sie m\u00f6chten Auskunft \u00fcber die Konditionen ausserhalb vom Riff. Sieht recht imposant aus. Jedenfalls optimale Bedingungen um Seekrank zu werden. Doch alles ist nur halb so schlimm gegen was wir sp\u00e4ter noch erleben werden&#8230;<\/p>\n<p>Bis zum Sonnenuntergang sind wir weit genug von allen Riffs und Inseln entfernt. Die Segel sind optimal im zweiten Reff getrimmt. Die Windsteueranlage ist eingekuppelt. Robusta segelt nun von alleine.&nbsp; Die ganze Aufregung legt sich und wird durch ein ganz besonderes Gl\u00fccksgef\u00fchl abgel\u00f6st. Alle 20 Minuten wird Ausschau gehalten und \u00fcberpr\u00fcft ob der Kurs noch stimmt.<\/p>\n<p>Ich koche S\u00fcsskartoffeln mit Bohnen und Karotten. In der etwas wild hopsenden Robusta rollen die Karottenscheiben immer wieder auf den Boden. Die ganze M\u00fche wird mit einem fantastischem Sternenhimmel ohne jeglicher Lichtverschmutzung belohnt. Ich lege mich schon fr\u00fch in die Koje. Thomas h\u00e4lt Wache. Werde jedoch bald wieder aus dem Schlaf gerissen. Die B\u00fccher sind durch den Seegang aus dem Gestell geschleudert worden.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholderSonnenaufgang ist nicht so mein Ding. Sowas ist f\u00fcr den Thomi reserviert. Doch jetzt muss ich aus der Koje. Segel runter, wir sind da! Der Pass von Fulaga ist im Seegang nicht so recht zu erkennen. Dumm ist, wir haben drei widerspr\u00fcchliche Informationen \u00fcber die von den Gezeiten abh\u00e4ngigen Str\u00f6mungsverh\u00e4ltnisse. Unsere Freundin Johanna hat uns schon mal vorgewarnt. Sie sei erst mit dem Dinghi hingefahren. Dabei ist sie in den deftigen Wellen vor dem Pass beinahe gekentert!<\/p>\n<p>Von weitem sieht alles einigermassen gut aus. W\u00e4hlen f\u00fcr die Durchfahrt die mittlere Zeitangabe. Sonne scheint optimal von hinten. Ich stelle mich an den Bug. Hechte aber schon bald zur\u00fcck ins gesch\u00fctzte Deckshaus. Ausser sch\u00e4umendes Wasser kann ich nichts erkennen. Die Kiste droht quer zu schlagen! Schreie Thomas an. Jetzt aber Vollgas, links, rechts, rechts, links! Der Pass ist nur knappe 50 Meter bereit und mitten drin sind auf der Seekarte mehrere Steine eingezeichnet.&nbsp;<\/p>\n<p>Die Robusta existiert noch. Hanspeter ist eine Stunde vor uns rein. Er dachte ebenfalls, jetzt sei das Ende gekommen. Wie sich sp\u00e4ter heruasstellt, w\u00e4re Info Nummer drei besser gewesen. Jedenfalls ist der \u00fcbelste Zeitpunkt bei Niedrigwasser!&nbsp;<\/p>\n<p>ngg_shortcode_1_placeholderTreten gemeinsam mit der Crew von Mi Corazon und Zensation zum Sevusevu an. Zum Dorf f\u00fchrt ein breiter Pfad \u00fcber einen H\u00fcgel durch gefr\u00e4ssige Horden von Moskitos. Wir alle sind anst\u00e4ndig gekleidet und mit Kava ausger\u00fcstet. Nach dem Willkommensritual werden wir verschiedenen Gastfamilien zugewiesen. Fulaga ist der einzige Ort wo eine Geb\u00fchr von 50 Fiji Dollar als \u201efreiwillige Gabe\u201c erhoben wird (ca 25 Franken). Dieser Fakt l\u00f6st gr\u00f6ssere Disskussionen unter den Segler aus.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_2_placeholderJemand fragt noch nach, ob wir Feuer machen d\u00fcrfen. Dann gings los. F\u00fcr den Schwiezer Nationalfeiertag. So und nun will das ganze Dorf mit uns 1. August feiern! Ohje. Das wird uns nun doch alles etwas zu viel. Doch es kommt noch schlimmer. Da ist schon halbwegs eine Grillaktion mit einem anderem Trupp vom Dorf geplant. Die wollen aber nicht mit der ganzen Meute feiern. Verabreden uns schlussendlich an einem geheimen Ort. Alle bringen Kava und eine Sch\u00fcssel Leckereien zum Teilen und die Fijis schlachten ein Schwein welches sie im Erdofen garen.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_3_placeholderMit unserer Gastfamilie verstehen wir uns gut. Wenn wir sie besuchen, bringen wir selber gebackenen Kuchen oder etwas Gekochtes mit. Thomas hilft mit der Solaranlage. Lucie hat f\u00fcr uns gekocht. Tintenfisch in Kokossauce, gebratener Fisch, dazu Gem\u00fcse und Algen aus dem Meer. Sie sprechen alle gut Englisch. Ihre drei Kinder gehen in Suva zur Schule und wohnen dort bei Verwandten. Mit Nico und Lucie tauschen wir Fischhaken,&nbsp; Haferflocken, Mehl und&nbsp; Sicherungen f\u00fcr den Aussenbord Motor gegen frisches Gem\u00fcse. Ja und dieser fette 4 Takt 115 PS Motor ist eine andere tragische Geschichte. Beim Entladen des Bootes ist irgedwie unbemerkt der St\u00f6psel vom Ablauf verschwunden. So wurde der Motor w\u00e4hrend einer ganzen Nacht im Salzwasser gebadet. Niemand hat das Wissen was zu tun ist. So verrottet der fast neue Motor, ein Geschenk vom Bruder der in Australien lebt.<\/p>\nngg_shortcode_4_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stampfen unter Motor aus der Bucht von Susui zum Tongan Pass. Es regnet und der Wind pustet mit \u00fcber 20 Knoten gegen uns. Die Ausfahrt aus dem Riff ist gegen S\u00fcd offen. Also keine Wind gegen Strom Situation, die enorme Wellenberge aufbauen k\u00f6nnte. 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