{"id":10609,"date":"2019-10-25T04:56:27","date_gmt":"2019-10-25T04:56:27","guid":{"rendered":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=10609"},"modified":"2019-11-06T19:18:18","modified_gmt":"2019-11-06T19:18:18","slug":"tuvalu-funafuti","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=10609","title":{"rendered":"Tuvalu Funafuti"},"content":{"rendered":"<p>Das Atoll Funafuti, was zu meinem Entsetzen Funa-F-U-T-Z-I ausgesprochen wird, ist in ein paar Stunden erforscht. Das Zentrum vom Hauptort Vaiaku ist recht h\u00fcbsch. Nette kleine einfachste Holzh\u00e4user mit Wellblech oder Strohdach, dazwischen neue H\u00e4user inklusive prominentem Wassertank im Garten, nach dem letzten heftigen Zyklon von Australien gespendet, einige kleine Gesch\u00e4fte die ihre Ware feinst s\u00e4uberlich assortiert darbieten, eine Bank, Hotel und kleine Gasth\u00e4user s\u00e4umen die Strassen im Zentrum. Die \u00fcppige Vegetation bietet reichlich Schatten und etwas Schutz vor der erbarmungslos bratende Sonne.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholderIch glaube Tuvalu hat die gr\u00f6sste Dichte von Motorr\u00e4der der Welt! So mieten wir gleich mal zwei Mofas, eines f\u00fcr Intis, um das Atoll zu erkunden. Die Vermieterin fragt nicht mal nach unserem Namen. Kassiert die 10 Dollar und in 24 Stunden sollen wir sie wieder zur\u00fcck bringen. Gefahren wird hier auf der falschen Seite, keine Helmpflicht und die Verkehrsregeln beruhen auf gegenseitige R\u00fccksichtnahme. Alle sind voll gem\u00fctlich unterwegs. Stress und Hektik scheint niemand zu kennen.<\/p>\n<p>Einen Katzensprung vom Zentrum entfernt, erscheinen die Behausungen in einem neuen Licht. Der positive Eindruck von Tuvalu zerbr\u00f6selt. Aus allerlei Materialien gezimmerte Buden, oft ohne Seitenw\u00e4nde, M\u00fcll und einige Schiffswracks zieren das schmale Atoll. Die Verwandtschaft aus der Vergangenheit nimmt einen grossen Stellenwert ein. Auf den viel zu kleinen Grundst\u00fccken thronen ihre Grabst\u00e4tten vor den H\u00fctten liebevoll geschm\u00fcckt. F\u00fcr das \u00fcberbev\u00f6lkerte Atoll nehmen sie meiner Meinung nach zu viel wertvolles Land f\u00fcr den Gem\u00fcseanbau weg. Doch hier wird auf den mit bunten Fliesen und Blumen verzierten Grabst\u00e4tten auch gerne mal ein Mittagsschl\u00e4fchen abgehalten.&nbsp;<\/p>\n<p>ngg_shortcode_1_placeholderTuvalu, eines der kleinsten L\u00e4nder der Welt, steht durch die Klimaerw\u00e4rmung vor riesigen Herausforderungen. Fruchtbarer Boden wird durch den Anstieg vom Meeresspiegel und die immer heftigeren St\u00fcrme \u00fcbersp\u00fclt.&nbsp; Ich staune wie viel Energie die Regierung mit Unterst\u00fctzung vom Ausland in diesen fast schon verlorenen Ort investiert. Vorbildlich ist der Fakt, dass seit August dieses Jahres Einwegplastik verboten und eine Steuer auf Importware erhoben wurde, um das Recyclen oder Exportieren des M\u00fclls zu finanzieren. Ein weiteres sehr interessantes Projekt, die kostenlosen Workshops zur Selbstversorgung. Hier wird gelehrt, wie&nbsp; Familien ihr eigenes Gem\u00fcse anbauen k\u00f6nnen, wie Kompost hergestellt wird und Bew\u00e4sserungssysteme angelegt werden. Traditionell werden die Bl\u00e4tter verbrannt statt kompostiert.&nbsp;<\/p>\n<p>ngg_shortcode_2_placeholderDas eindeutige Highlight von Vaiaku ist die w\u00e4hrend des zweiten Weltkrieges von den Amis errichtete Flugpiste. Sie ist heute noch als Internationaler Flughafen in Betrieb. Ab f\u00fcnf Uhr abends ist hier der B\u00e4r los. Landen oder starten keine Flugzeuge, wird hier Fussball und Volleyball gespielt, gepicknickt, Musikboxen aufgestellt, Kinder tollen herum, Hunde toben auf der Piste, zahlreiche Mofas knattern hin und her &#8211; was wohl die einzige Abk\u00fchlung vom heissen Tag bringt. Auch wir geniessen die Abende am Rande der Flugpiste in Atas Kneipe und Gasthaus mit dem Sarg im Vorgarten. In heissen N\u00e4chten schleipfen die einen ihre Matten aus den H\u00e4usern und pennen auf dem weissen Mittelstreifen! Wenn die Sirene der Feuerwehr ert\u00f6nt, muss die Piste schnell ger\u00e4umt werden. Das ganze Chaos ist tats\u00e4chlich erstaunlich diszipliniert, vor der Landung von Air Fiji beseitigt!<\/p>\n<p>ngg_shortcode_3_placeholderSchade ist es nicht m\u00f6glich, die so weit auseinander gelegenen Atolle zu besuchen, ohne wieder nach Funafuti zum ausklarieren zu m\u00fcssen. Bis vor wenigen Jahren wurden noch Sonderbewilligungen erteilt. Dies ist mit der Begr\u00fcndung unterbunden, dass einige Segeler sich nicht an die Bestimmungen gehalten haben. Die Beh\u00f6rden verstehen nicht, dass Segler auf den Wind angewiesen sind, welcher in der Konvergenzzone sehr launisch ist.&nbsp;<\/p>\n<p>Wir beobachten sorgf\u00e4ltig die Wetterprognosen. Der Einfluss des s\u00fcd-ost Passat wird ab November immer schw\u00e4cher und die Konvergenzzone wechselt stetig ihre Lage. In wenigen Tagen k\u00f6nnte eine Weiterreise nach Kiribati \u00fcber den \u00c4quator gelingen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Atoll Funafuti, was zu meinem Entsetzen Funa-F-U-T-Z-I ausgesprochen wird, ist in ein paar Stunden erforscht. Das Zentrum vom Hauptort Vaiaku ist recht h\u00fcbsch. 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