{"id":10978,"date":"2020-02-21T01:43:16","date_gmt":"2020-02-21T01:43:16","guid":{"rendered":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=10978"},"modified":"2025-01-22T19:54:48","modified_gmt":"2025-01-22T19:54:48","slug":"uberfahrt-saipan-japan-okinawa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=10978","title":{"rendered":"\u00dcberfahrt Saipan &#8211; Japan, Okinawa"},"content":{"rendered":"<p>Wie bereits im letzten Blog erw\u00e4hnt, dr\u00e4ngt die Zeit um weiterzukommen. Die Segelsaison in Japan ist kurz. Im Norden herrscht jetzt noch tiefster Winter mit viel Schnee. Desto s\u00fcdlicher, umso milder ist es im Februar. Taifune treten vor allem mitte Juli bis Oktober auf, k\u00f6nnen aber in allen vier Jahreszeiten vereinzelt \u00fcber Japan preschen. Die Wetterprognosen sind sehr pr\u00e4zise und St\u00fcrme bereits f\u00fcnf bis zehn Tage im Voraus sichtbar. Sichere H\u00e4fen gibts so viele wie Fliegen in einem Kuhstall.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholderDas Wetterfenster ist nicht ganz optimal. Doch zumindest die ersten f\u00fcnf Tage sehen einigermassen locker aus. \u00dcber Japan ziehen die Hoch- und Tiefdruckgebiete von S\u00fcdwest nach Nordost \u00fcber&#8217;s Festland. Wie zur Zeit ersichtlich, im Takt von jeweils einer Woche. Mit dem Team der Ausflugsboote, bespreche ich die lokalen Wind- und Wetterverh\u00e4ltnisse. Die Leute helfen gerne. Wind aus Nord sei immer speziell stark. Um die 25 bis 30 Knoten. Nord, langsam nach Ost drehend, t\u00f6nt gut. Wir segeln beim Start einer \u00dcberfahrt gerne in die Nacht hinein. Vom starken Nordwind ist noch nicht viel zu sp\u00fcren. Das zweite Reff ist f\u00fcr die Nacht bereits eingebunden. Direkten Kurs nach Nordwest anlegen, geht nicht. Versuchen hart am Wind zu segeln, was mit Zunahme des Windes immer unm\u00f6glicher wird. Immerhin West ist nicht schlecht. Nach f\u00fcnf Tagen herrscht kurz Flaute und dann h\u00e4mmert der Einfluss vom Tiefdruckgebiet \u00fcber Japan herein. Die dunkle Wolkenwand n\u00e4hert sich eindr\u00fccklich. In K\u00fcrze weht der Wind mit gegen 35 Knoten direkt auf die Nase! So drehen wir bei und die Robusta steht recht ruhig in der wilden See. Doch wir driften schneller als erwartet, mit zwei bis drei Knoten nach Saipan zur\u00fcck. So segeln wir doch lieber wieder unter Fock und Grosssegel im dritten Reff, mit dem Bug \u00fcbertrieben spitz zur Welle gestellt. So l\u00e4uft die Robusta sehr langsam, aber immerhin nicht r\u00fcckw\u00e4rts. Angenehm war&#8217;s jedenfalls nicht! R\u00fcckblickend w\u00fcrde ich diese Strategie nicht mehr so schnell anwenden. Das Kutterstag ist dabei gebrochen. Ist nicht so tragisch, ist kein tragendes Element vom Mast. Das Fock stand dennoch erstaunlich gut nur am Fall baumelnd.<\/p>\n<p>Erst nach dem sich eine Ladung Wasser durch die Dorade-L\u00fcftungen in die Kojen ergoss, kam uns in den Sinn, diese zu verschliessen. Ist doch eh komisch, dass da nicht eine Vorrichtung existiert, mit der die Dinger anst\u00e4ndig dicht zu bekommen sind. Immer ist da was zu improvisieren. Beste L\u00f6sung war bis anhin, von innen eine bunte Badeschwimmnudel reinzustopfen. Diese passen perfekt in die L\u00f6cher.&nbsp; Mir kam es vor, als daure der Sturm eine Woche. Dabei war nach zwei Tagen alles vorbeigezogen.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_1_placeholderDie 1300 Seemeilen lange Strecke ist in zwei Wochen geschafft. Haupts\u00e4chlich mit Amwind- oder Halbwindkurs, was die h\u00e4rtere Art des Segelns ist und definitiv nicht zu meinen liebsten Varianten geh\u00f6rt. Kochen und essen ist in diesen Bedingungen nur noch f\u00fcr Hartgesottene m\u00f6glich. Ich war sogar zu faul zum Lesen, was ich sonst auf \u00dcberfahrten sehr gerne tue. Eigentlich wollte ich mir schon die ersten Brocken Japanisch aneignen. Doch die Sprachlern-App funktionierte offline nicht. Habe ich bei der Auswahl nicht geschnallt. Finde es peinlich, wenn es bei der Ankunft nicht m\u00f6glich ist, die Menschen anst\u00e4ndig zu begr\u00fcssen und ein klein wenig zu plaudern.<\/p>\n<p>Jetzt muss erstmal der richtige Ort zum einklarieren gefunden werden. Der Hafen von Naha auf Okinawa ist gross. Per email haben wir vor dem Ablegen das Pre Arrival Formular mit unserer Ankunftszeit an die Japan Coastguard losgeschickt und dabei angefragt, wie und wo die Einklarierungs-Zeremonie stattfinden soll. Das m\u00fcssten wir selber organisieren &#8211; so die Antwort der Coastguard. Eine Telefonnummer gaben sie immerhin durch. Doch wir haben kein Telefon, kein Japanisches Geld und an Land d\u00fcrfen wir ja auch nicht um eine Telefonzelle zu benutzen. Gibt es denn \u00fcberhaupt noch Telefonzellen?&nbsp;<\/p>\n<p>Kurz vor der Ankunft meldet sich die Coastguard per Funk. Ich verstehe ihr Englisch nicht! Wahrscheinlich versuchen sie eine Position durchzugeben&#8230; Zuf\u00e4llig erblickt Thomas im Fernglas sechs wild gestikulierende Uniformierte Figuren mit weissen Masken. Irgendwie ist die Ankunft doch noch an die Beh\u00f6rden druchgedrungen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Blog beschreibe ich das Einklarieren etwas ausf\u00fchrlicher. Denn das ist in Japan alles etwas speziell und die neuen vereinfachten Regeln scheinen noch nicht \u00fcberall bekannt zu sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie bereits im letzten Blog erw\u00e4hnt, dr\u00e4ngt die Zeit um weiterzukommen. Die Segelsaison in Japan ist kurz. Im Norden herrscht jetzt noch tiefster Winter mit viel Schnee. Desto s\u00fcdlicher, umso milder ist es im Februar. 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