{"id":11109,"date":"2020-03-13T12:33:17","date_gmt":"2020-03-13T12:33:17","guid":{"rendered":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=11109"},"modified":"2020-05-01T02:58:57","modified_gmt":"2020-05-01T02:58:57","slug":"amami-oshima-island","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=11109","title":{"rendered":"Amami-Oshima Island"},"content":{"rendered":"<p align=\"LEFT\">Die 160 Seemeilen lange Passage nach Amami geht gegen Abend los. Das nach einer weiteren ausgiebigen Fahrradtour. Mein G\u00f6ppel war so rostig, dass ich das quietschende Ding erstmal zur Robusta bef\u00f6rderte, wo es eine kr\u00e4ftige Dusche mit Schmiermittel verpasst bekam. Bl\u00f6derweise triefte der Saft aus der Spraydose auch noch in die Trommelbremse. Ehrlich gesagt ich dachte es handelt sich um die eine Nabenschaltung. Doch das Velo hatte nur einen Gang! Es musste nun nicht nur den Berg hochgeschoben werden, sondern auch wieder runter. Beim ersten Aussichtspunkt fragte ein junger Student aus China, ob Thomas ihn fotografieren k\u00f6nne. Ich dachte ich verh\u00f6re mich. Da existieren noch Kreaturen, die keine Selfies von sich schiessen? Fu studiert an der Uni in Tokio Japanisch. Der schlaue junge Mann, hat sich ein E-Bike ausgeliehen. Er sei am Reisen, weil wegen Corona alle Schulen geschlossen sind. Bald schl\u00e4gt das Wetter um und ein heftiger Regenguss geht nieder. Es ist kalt und wir drei sind klatsch nass. Fu laden wir auf die Robusta ein. Dort kann er sich abtrocknen und wir trinken gemeinsam heissen Tee, denn seine F\u00e4hre legt erst in drei Stunden nach Okinawa ab. Paar Tage sp\u00e4ter bedankt sich Fu in einem Email f\u00fcr die Einladung. Thomas sei jedoch ein mieser Fotograf, denn das halbe Bild ist mit seinem Finger abgedeckt. Das sind eben die Vor- und Nachteile von Selfies, aber daf\u00fcr durfte er einen netten Tag in Gesellschaft verbringen.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p align=\"LEFT\">Am n\u00e4chsten Morgen segelt die Robusta nach einer Rauschefahrt bei im Schnitt von 25 Knoten Wind, der S\u00fcdk\u00fcste von Amami-Oshima entlang. In Koniya existieren mehrere kleine H\u00e4fen. Thomas meint, hinter den B\u00e4umen an Land, einen Mast erblickt zu haben. In der Seekarte muss das in dem kleinen Einschnitt direkt bei der Flussm\u00fcndung sein. Ich bezweifle ob das klappt. Da passen wir niemals rein! Mit Bootshaken und Leinen bewaffnet, stelle ich mich f\u00fcr einen besseren Ausblick auf den Bugspriet. Das passt! Los rein in den Schlitz. Ein Mann von der Yacht eilit herbei und nimmt mir die Leinen ab. Eine Freundin aus Zamami h\u00e4tte ihn informiert, dass wir kommen. Ach wie lustig. Tani bietet Charterfahrten mit seiner freakigen Yacht an. Mit ihm verbringen wir eine nette Zeit. Er kennt all die sch\u00f6nen Ankerpl\u00e4tze. In Japan ist es un\u00fcblich zu Ankern. Oft ist der Grund mit Felsen oder Korallen durchsetzt, oder in einer gesch\u00fctzten Bucht triffst du auf eine Muschelfarm. Die vorbeiziehenden Tiefs bringen starken Wind, nicht selten weit \u00fcber 35 Knoten. F\u00fcr die Japaner dient der Anker nur f\u00fcr Notsituationen.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Da kommen auch schon zwei Personen in Uniform angedackelt.&nbsp; Sie verlangen nach den Schiffspapieren und dem Naikosen. Sie fotografieren die Papiere und das war&#8217;s dann auch schon. Das sei der G\u00e4steplatz der Gemeinde. Der Schl\u00fcssel um Wasser zu tanken, kann auf der Gemeinde abgeholt werden. Nach einer Erkundungstour im Dorf und der Suche nach Milch f\u00fcr den Kefirpilz, steht eine Tasche mit Blumen im Cockpit. Welcome to Japan, steht auf einem K\u00e4rtchen geschrieben. Ich bin total ger\u00fchrt!<\/p>\n<p>Das R\u00e4tsel, wer wohl die Blumen gebracht hat, l\u00f6st sich am n\u00e4chsten Morgen in aller Fr\u00fche. Als ich aufwache, ist Thomas verschwunden. Stunden sp\u00e4ter kommt er von einer Inselrundfahrt mit &#8220;Dreamy Boy&#8221; zur\u00fcck. Sein Traum ist es, eines Tages eine Marina f\u00fcr Segler zu er\u00f6ffnen. Doch der r\u00fcstige, total schwerh\u00f6rige Mann, ist bereits 75 Jahre alt und er arbeitet immer noch im Gartenbau! Unglaublich. Auf Amami-Oshima hat ja auch die Altersrekordhalterin, <span style=\"font-family: sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Tajima Nabi von 1900 bis 2018 gelebt.<\/span><\/span><\/p>\n<p>ngg_shortcode_1_placeholderEin grosser Teil der Insel und K\u00fcste stehen seit 2017 unter Naturschutz. Die bergige Insel ist mit dichtem subtropischen Wald \u00fcberwuchert. Wir sollen aufpassen, denn da sind viele giftige Habuschlangen. Nach einem Biss der bis zu bisc2 Meter langen Vipernart, die nur auf dieser Insel lebt, muss dringend medizinische Hilfe beigezogen werden. Das berichten die drei angeheiterten M\u00e4nner, von denen wir nach einer Wanderung, in den Garten einer total abgelegenen Farm, zitiert werden. Sie haben gerade einen Eintopf gekocht. Wir m\u00fcssen essen und Bier trinken. Thomas ist nass und friert, ich habe einen Wanderschuh voll Wasser, denn der im Maps Me App angegebene Wanderweg, f\u00fchrte voll kriminell durch&#8217;s Gestr\u00fcpp. Viel zu gef\u00e4hrlich mit den vielen Habus. Nach einem Bergrutsch war eh Ende der Tour angesagt. Wir versuchen noch im Bergbach weiter ins andere Tal vorzudringen. Aus purer Vernunft kehren wir wieder um. Wer weiss was da noch kommt. Die N\u00e4chte sind hier kalt.&nbsp;<\/p>\n<p>Wir wollen noch vor Dunkelheit an die Hauptstrasse kommen, denn wir m\u00fcssen per Anhalter nach Naha zur\u00fcck. Kommt gar nicht in Frage! Meine Frau wird euch fahren. Die sei noch n\u00fcchtern. Und schon kommt die Frau per Auto mit Biernachschub und einer Platte Sushi angebraust. Niemand spricht Englisch. So rufen die lustigen Gesellen einfach einem Freund an, der die Sprache spricht. Er muss per Telefon aus der Ferne \u00fcbersetzen. Sp\u00e4t in der Nacht werden wir zur Robusta gefahren. Leider ist Ebbe als wir ankommen. Die beiden kr\u00fcmmen sich vor Lachen als wir sie auffordern, die hohe Mauer runter zu klettern. Sie lehnen entschieden dankend ab.<\/p>\nngg_shortcode_2_placeholder\n<p align=\"LEFT\">Uns war bekannt, in Japan geh\u00f6rt es zur guten Sitte, bei einer Einladung ein kleines Geschenk mitzubringen. Das darf jedoch nicht in Weiss eingepackt sein, denn das ist die Farbe der Trauer. Die Zahl vier bringt Ungl\u00fcck. Doch was wir hier erfahren, ist nicht wie es im Reisef\u00fchrer aufgef\u00fchrt ist. Japan ist einfach einzigartig. Es empfiehlt sich echt sich \u00fcber die Benimmregeln zu informieren. So vieles ist einfach anders. Zum Beispiel ist es ganz wichtig, sobald es irgendwo eine Stufe hoch geht, m\u00fcssen Schuhe ausgezogen werden. Auch in der Kneipe! F\u00fcr den Toilettengang stehen spezielle Schuhe bereit. Das WC ist ein Ort der Unreinheit. Mit den H\u00e4nden jemanden heranwinken, wie wir es \u00fcblicherweise tun, heisst hau ab! Jemandem etwas \u00fcbergeben oder annehmen, wird immer mit beiden H\u00e4nden gemacht. Gegr\u00fcsst wird indem du wie ein Pinguin, mit dem ganzen Oberk\u00f6rper etwas nach vorne kippst. Schau selber in den angef\u00fchrten Links nach. Es ist total spannend! Die Freundlichkeit dieser Menschen haut uns einfach aus den Socken, die f\u00fcr eine Teezeremonie \u00fcbrigens immer weiss und ohne L\u00f6cher sein sollten.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Ich backe eine ganze Kiste voll Guetzli auf Vorrat. Ich will auch freundlich zu diesen netten Menschen sein. Doch jetzt stellt euch mal vor: Wir fragen nach Trinkwasser um die Tanks zu f\u00fcllen. Sogar in einer Stadt mit 40 Tausend Einwohner, sind die Leute bem\u00fcht zu helfen. Dann bringt ein alter Mann Kanister und frische Mandarinen. Unglaublich. Doch wir brauchen 450 Liter. Im Zentrum von Naha ist ein kleiner Hafen. Dort tanken wir. Das w\u00e4re der total coole Ort zum Liegen gewesen! Schade. Suku spricht super gut Englisch. Er hat in Thailand gearbeitet und es dort gelernt. Wir laden ihn auf die Robusta zum Kaffee und Kuchen ein. Danach gehen wir noch in einen Recycling Shop den er uns empfohlen hat. Alles ist super spot g\u00fcnstig und es handelt sich dabei meist um neue Ware!?<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Als wir zur Robusta zur\u00fcck kommen, beschenkt uns Suku mit einer halben Tonne Ware. Schnaps, Kekse und Wascht\u00fccher. Ich kann nur wieder Unglaublich dazu sagen. Bitte bitte bitte, wenn ihr einem Japaner begegnet, bereitet diesen unglaublich netten Menschen eine Freude! Was wir hier erfahren ist einfach jenseits des Vorstellungsverm\u00f6gen!<\/p>\n<p align=\"LEFT\">INFOS F\u00dcR SEGLER<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Hafen:<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Koniya: viel Schwell bei S\u00fcdwind, Hafenmauer hat unten einen Absatz nach innen. Bei auflaufendem Wasser darauf achten, dass die Fender dort nicht h\u00e4ngen bleiben. Wasser tanken m\u00f6glich. Schl\u00fcssel muss bei der Gemeinde geholt werden. Beh\u00f6rden kontrollierten Schiffspapiere und Naikosen. Keine Kosten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"LEFT\">Naha: Gleiches Problem mit der Hafenmauer wie in Koniya. Die Hafenmauer ist sehr hoch. Bei Ebbe ist die Mauer nur mit einer Strickleiter zu bew\u00e4ltigen. Keine Kosten. Der Liegeplatz im Zentrum&nbsp; w\u00e4re netter gewesen, dort kann Wasser kostenlos getankt werden.<\/p>\nngg_shortcode_3_placeholder\n<p style=\"text-align: center;\">&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 160 Seemeilen lange Passage nach Amami geht gegen Abend los. Das nach einer weiteren ausgiebigen Fahrradtour. Mein G\u00f6ppel war so rostig, dass ich das quietschende Ding erstmal zur Robusta bef\u00f6rderte, wo es eine kr\u00e4ftige Dusche mit Schmiermittel verpasst bekam. Bl\u00f6derweise triefte der Saft aus der Spraydose auch noch in die Trommelbremse. 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