{"id":11189,"date":"2020-04-05T06:24:55","date_gmt":"2020-04-05T06:24:55","guid":{"rendered":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=11189"},"modified":"2020-05-02T06:29:06","modified_gmt":"2020-05-02T06:29:06","slug":"yakushima-island","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=11189","title":{"rendered":"Yakushima Island"},"content":{"rendered":"<p>Gegen Abend sind wir auf der Insel Yakushima angekommen und die Robusta ist im im kleinen Hafen von Yudomari festgemacht. Da sind bei Ebbe nur wenige Zentimeter unter dem Kiel. Der Hafen ist total ungesch\u00fctzt und wird bei S\u00fcdwind bestimmt zur H\u00f6lle. Schade, der Ort w\u00e4re super nett gewesen. Sobald es hell wird, hauen wir hier wieder ab. Laut Prognosen wird die Nacht windstill bleiben. Nun weichen wir uns erstmal in der heissen Naturquelle ein. Etwas genialeres gibt es nach einer Passage nicht. Es ist k\u00fchl beim Segeln. So um die 15 Grad und nachts f\u00e4llt das Thermometer schon mal auf f\u00fcnf Grad.<\/p>\n<p>Yakushima ist eine Insel mit \u00fcber vierzig Berggipfel die \u00fcber tausend bis fast zweitausend Meter aus dem Pazifik ragen. Im subtropisch bis subarktischem Klima gedeihen eine Vielzahl von Pflanzen.&nbsp; Hier soll es die \u00e4ltesten Zedern von ganz Japan geben. Tausend Jahre und wenige Exemplare sind sogar siebentausend Jahre alt. Wie spannend! Hingegen der ganzj\u00e4hrige Niederschlag von \u00fcber 35 Tage pro Monat, so beschreiben es die Leute hier, klingt nicht gerade reizvoll! Die Berge laden zum Wandern ein. Doch ich habe ein Problem. Meine super bequemen Schuhe sind gestorben. Beide Sohlen l\u00f6sen sich vom Leder! Alles ist am zerbr\u00f6seln. Doch ich habe Gl\u00fcck. Im Sportgesch\u00e4ft kann alles ausgeliehen werden. Von Bergschuhen, \u00fcber Rucks\u00e4cke, Zelte, Kochutensilien, warme Jacken, Schlafs\u00e4cke und so weiter. Meine zarten, weiblichen europ\u00e4ischen Durchschnittsflossen, passen nur in die gr\u00f6sste M\u00e4nnerlatsche! Im Sportgesch\u00e4ft lassen wir uns beraten. Besprechen mit den Profis die Routen. Einen F\u00fchrer lehnen wir entschieden ab. Ach ihr kommt aus der Schweiz, alles klar, kein Problem! Ha, auch unter den Eidgenossen existieren eine Menge Wanderpappnasen die sich nur zu oft in den Alpen verirren oder abst\u00fcrzen. Die Routen sind simpel bis anspruchsvoll. Mehrere einfache Schutzh\u00fctten zum \u00dcbernachten stehen zur freien Verf\u00fcgung. Eine freiwillige Geb\u00fchr von rund zwanzig Franken bezahlst du am Eingang zum Nationalpark.&nbsp;<\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholderRobusta liegt nun&nbsp; sicher vert\u00e4ut im kleinen Fischerhafen von Ambo. Das Wetter ist perfekt um sie mehrere Tage alleine zu lassen. Der Rucksack ist schwer bepackt. Leider nicht mit Schoggi, K\u00e4se und Cervelat. Die typische Schweizer Wurst, ohne die ein anst\u00e4ndiges Picknick undenkbar ist fehlt. Stattdessen Instant Nudelsuppen.&nbsp; Zehn Packungen wiegen nur gerade mal wenige Gramm. Auch etwas gesundes ist dabei. Fr\u00fcchte N\u00fcsse und Haferflocken und ein deftiges selbst zubereitetes Vollkornbrot, welches sp\u00e4ter von einem Bergf\u00fchrer in der H\u00fctte mit grossen Augen bestaunt und getestet wird. Das Japanische Alpenklo ist was ganz spezielles: Im Sportgesch\u00e4ft erwirbst du Plastikt\u00fcten, die \u00fcber ein Gestell gest\u00fclpt werden. Dann weisst du selber was zu tun ist. Danach nimmst du das fertige Paket, gut zumachen nicht vergessen und nun ab damit in deinen eigenen Rucksack! Und schon ist dein Beitrag zum Naturschutz vollf\u00fchrt. Die Vorstellung, ich muss meine Kacke w\u00e4hrend mehreren Tagen \u00fcber Stock und Stein schleppen, ist schon sehr befremdend. Und was ist mit der Pisse? Oder muss nur der Cervelat aufgefangen werden?&nbsp;<\/p>\n<p>ngg_shortcode_1_placeholderStunden latschen, nein das ist untertrieben, klettern wir \u00fcber m\u00e4chtige Wurzeln von gigantischen Zedern. \u00dcberwinden Schluchten und B\u00e4che, klettern an Fixseilen immer h\u00f6her. Quirlige Affen turnen in den B\u00e4umen und der innere Schweinehund grunzt fies aus dem Unterholz. Einige Vogelstimmen kommen uns bekannt vor. Den ganzen Tag, begegnen wir keinem einzigen Menschen! In der kleinen einfachen Bergh\u00fctte wo wir \u00fcbernachten,&nbsp; ist nur ein weiterer Gast und einige M\u00e4use.&nbsp;<\/p>\n<p>Die Landschaft wird karger. Es ist kalt. Wollpullover, M\u00fctze und Windjacke kommen zum Einsatz. Ein Hochmoor liegt vor uns. Mount Miyanoura ist nicht zu sehen. Ueberall tolles Wetter, ausser in den Bergen von Yakushima. Statt das Picknick mit atemberaubender Fernsicht zu geniessen, schneit es. So verkr\u00fcmeln wir uns weiter unten in dichtes Bambusgestr\u00fcpp. Nach acht Stunden Marsch, kommt endlich die H\u00fctte in Sicht. Drinnen riecht es unglaublich gut nach Zedernholz! Die Nacht wird zum Horror. Kalt und die Regel best\u00e4tigt sich, eine Gruppenunterkunft ist erst heimelig, wenn auch das Schnarchmonster anwesend ist. Der ganze Holzboden vibriert! Sogar Thomas nervt sich. An Schlaf ist trotz Ohrstoepsel nicht zu denken. Ich versuche mich durch Meditation ins Lot zu bringen. Irgendwann packe ich die Taschenlampe und z\u00fcnde dem Monster damit voll ins Gesicht.. . . .<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen verf\u00fcttert seine Frau allen&nbsp; edle Schokolad. Die Arme, so ein Mann ist doch nicht auszuhalten! Er hat sich bereits in Sicherheit gebracht.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_2_placeholderDie Zeit in den Bergen zu verbringen, hat gut getan. Beim Segeln ist der Kreislauf ganz und gar nie gefordert. In Fiji war ich das letzte mal im Gebirge. So bezaubernd Atolle auch sind, geniessen wir beide die Berge ganz besonders.<\/p>\n<p>Die Robusta ist auch noch da und ich freue mich auf einen tiefen, ruhigen Schlaf in der warmen Koje.<\/p>\n<p>Da liegt eine Visitenkarte im Cockpit. Von Org und Silvia. Was f\u00fcr eine \u00dcberraschung.&nbsp; Bevor die beiden weiter ziehen, reicht es gerade noch f\u00fcr ein kurzes Treffen. Wir haben uns in Polynesien kennen gelernt. Nun fliegen sie f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit nach Deutschland.<\/p>\n<p>So verabschieden auch wir uns von der Insel Yakushima und den Menschen die wir hier kennen gelernt haben. Besonders von Naoka durfte ich viele spannende Dinge \u00fcber dieses faszinierende Land erfahren! Der Hafenmeister, der uns in ein Onsen mitgenommen hat, bringt zum Abschied eine Flasche Reiswein und Gem\u00fcse aus seinem Garten.&nbsp;<\/p>\n<p>ngg_shortcode_3_placeholderINFOS F!R SEGLER:<\/p>\n<p>Hafen von <strong>Yudomari<\/strong> ist sehr klein, ungesch\u00fctzt und aus diversen Gr\u00fcnden gef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Hafen von <strong>Ambo<\/strong><\/p>\n<p>Im Fischerhafen l\u00e4ngsseits festmachen. (Foto google maps) In die Mauer ist eine Treppe eingebaut. Keine Kosten.&nbsp;<\/p>\n<p>ngg_shortcode_4_placeholderHafen von <strong>Miyanoura&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p>Im Fischerhafen l\u00e4ngsseits festmachen. (Foto google maps). Sehr hohe Hafenmauer. Du brauchst eine Strickleiter. Keine Kosten.<\/p>\nngg_shortcode_5_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegen Abend sind wir auf der Insel Yakushima angekommen und die Robusta ist im im kleinen Hafen von Yudomari festgemacht. Da sind bei Ebbe nur wenige Zentimeter unter dem Kiel. 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