{"id":11402,"date":"2020-04-24T06:39:47","date_gmt":"2020-04-24T06:39:47","guid":{"rendered":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=11402"},"modified":"2020-05-13T02:19:55","modified_gmt":"2020-05-13T02:19:55","slug":"saiwaki-und-peppu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=11402","title":{"rendered":"Saiwaki und Beppu"},"content":{"rendered":"<p>Echtes Geknorze um wieder aus dem Hafen von Ibusuki zu kommen! Der Wind bl\u00e4st mit um die 25 Knoten aus Nordost und dr\u00fcckt die Robusta voll an die Mauer. Die Steuerbordseite ist am Heck mit f\u00fcnf Autoreifen gepolstert. Nicht mal mit Vollgas in die Spring eindampfen, ist der Bug von der Mauer wegzubekommen. Naoya, der liebensw\u00fcrdige Mann von der kleinen Bootswerkstatt, eilt herbei. So wird eine Leine vom Bug an die im rechten Winkel verlaufende Hafenmauer gespannt. Der kr\u00e4ftige kleine Mann zerrt wie wahnsinnig. Endlich dreht die Robusta mit dem Bugspriet, knapp an den Fischkuttern vorbei, schwerf\u00e4llig durch den Wind. Im dritten Reff, stampft nun der Stahlkutter durch die aufgew\u00fchlte See. Am Kapp Satamisaki, welches wir grossr\u00e4umig umsegeln, schwappen Wellen aus allen Richtungen \u00fcber&#8217;s Deck und bis ins Kockpit. Ihr k\u00f6nnt euch nicht vorstellen, wie wertvoll das Deckshaus jetzt w\u00e4re. Diese nasskalte Erfahrung gibt den entscheidenden Ansporn, die Reparaturarbeiten schnellst m\u00f6glich fertig zu stellen. Ich klemme mich hinter den Tisch und versuche zu n\u00e4hen. Halte immerhin ein paar Stunden durch und schmeisse mich danach mit einem Genickkrampf in die Koje. Thomas segelt die ganze Nacht durch und findet es total spannend, zwischen den Frachtschiffen durchzusegeln. Was nicht mal so doof ist wie es sich anh\u00f6rt. Denn mit dieser Strategie kannst du dir sicher sein, nicht mit Fischernetzen in Konflikt zu geraten. Frachtschiffe sind auch bei Dunkelheit deutlich zu erkennen, was bei den Netzen oft nicht mal bei Tageslicht m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Bei Saiwaki stellt der Wind ab und zwingt zu einer Pause. In der M\u00fcndung vom Fluss Mimi, \u00fcbernachten wir beim kleinen Fischerhafen an der Aussenmole.<\/p>\n<p>Ich n\u00e4he den ganzen folgend Tag am Deckshaus bis es fertig ist Einige M\u00e4nner fangen Fische an der Mole. Einige kommen mal schnell auf einen Schwatz vorbei. Wir offerieren Kekse und Kaffee den sie gerne einfach schwarz trinken. Eine sehr alte Frau plappert in Japanisch auf uns ein. Sie zupft energisch an meinem Arm, weil ich sie nicht verstehe. Thomas bringt nun das Tablet mit der google translate app. Versuche der Frau klar zu machen, da rein zu reden. Sie kapiert nicht was sie tun soll. Jetzt zupfe ich auch mal am Arm und zeige ihr dabei wo sie reinreden muss. Es klappt und sie ist begeistert. Sp\u00e4ter kommt sie wieder. Bringt Fr\u00fcchte und zwei Gesichtsmasken.<\/p>\n<p>Gegen Abend schlendern wir noch durch das kleine nette Zentrum und am Strand entlang. Die Gegend war vom zweiten Weltkrieg weitgehend verschont geblieben. Im Zentrum existieren noch H\u00e4user, sogenannte Minkas, die um die 100 Jahre alt sind. Die meisten sind frisch renoviert und sehr gepflegt. Vor einem kleinen Haus bewundern wir den h\u00fcbschen Garten. Der Besitzer weiss bereits, dass wir mit der Yacht gekommen sind. Er sei auch Segler. Und schon sitzen wir in seiner gem\u00fctlichen Stube bei einem Bier. Morgen ist er bei uns zum Fr\u00fchst\u00fcck eingeladen. Er kommt nicht alleine. Seine Nachbarn sind auch dabei. Sie bringen Fr\u00fcchte und Wein. So sind sie, die Japaner!&nbsp;<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Station ist Beppu.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholderDa ist eine Marina. Die Preise hauen uns aus den Socken. F\u00fcr 38 Fuss 45 Euro pro Tag! Keine Stunde sp\u00e4ter liegt die Robusta im Fischerhafen, kunstvoll verschn\u00fcrt, mit Autoreifen gepolstert, an einer hohen Mauer. Hier gef\u00e4llt es uns wesentlich besser!&nbsp;<\/p>\n<p>Beppu ist ein beliebtes Reiseziel mit diversen Attraktionen. Thermalb\u00e4der, Geysire, P\u00e4rke, Naturzoo, Museen und ein riesiger Spasspark mit einer Achterbahn aus Holz gebaut. Doch fast alles ist wegen Corona geschlossen. Das Zentrum ist Menschenleer.<\/p>\n<p>So macht segeln in Japan auch keinen Spass! Da kommt erneut die Frage auf, wie es aktuell mit der Einreise nach Alaska f\u00fcr Yachten steht. Thomas schreibt ein Email an die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde des Custom and Border Control Info Center der USA. Im Anhang eine Kopie unsere P\u00e4sse und den B1\/B2 Visas. Er steht auch noch mit Seglern im Kontakt, die er irgendwie per Zufall im Facebook gefunden hat. Diese schildern die Lage in Alaska folgendermassen: Jedesmal wenn wir ein Kaff anlaufen, m\u00fcssen wir auf der Yacht zwei Wochen Quarant\u00e4ne absitzen, bevor der Landgang erlaubt wird. Es ist aber m\u00f6glich, Lebensmittel in den Hafen liefern zu lassen. Dann verkr\u00fcmeln sie sich wieder in die Wildnis bis alles aufgefuttert ist.<\/p>\n<p>&#x1f44d;&#x1f3fe;&#x1f602;, na ja in dieser Situation bringt dich nur noch Humor \u00fcber die Runden&#8230;&#8230; B\u00e4ren gucken und Beeren sammeln als Kompensation oder dann halt Bier trinken, etwas schlaueres kommt mir dazu auch nicht in den Sinn&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Echtes Geknorze um wieder aus dem Hafen von Ibusuki zu kommen! Der Wind bl\u00e4st mit um die 25 Knoten aus Nordost und dr\u00fcckt die Robusta voll an die Mauer. Die Steuerbordseite ist am Heck mit f\u00fcnf Autoreifen gepolstert. 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