{"id":11439,"date":"2020-06-09T02:40:42","date_gmt":"2020-06-09T02:40:42","guid":{"rendered":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=11439"},"modified":"2020-07-15T23:51:25","modified_gmt":"2020-07-15T23:51:25","slug":"absprung-von-shimoda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=11439","title":{"rendered":"Absprung von Shimoda"},"content":{"rendered":"<p>Und los geht\u2019s!<br \/>\nAnfang Woche entwickelt sich wie gew\u00fcnscht ein kr\u00e4ftiges Hoch. Es zieht s\u00fcdlich von 35 Grad nach Osten. Danach soll es in Shimoda kr\u00e4ftig st\u00fcrmen. Dies scheint der perfekte Zeitpunkt um die 3300 Seemeilen lange Passage nach Alaska in Angriff zu nehmen.<\/p>\n<p>Frisches Gem\u00fcse muss noch angeschafft werden, Wasser tanken, Dieseltank ist noch fast voll.<br \/>\nAusklarieren ist in Japan etwas spezieller als an anderen Orten der Erde. In Shimoda selber ist dies nicht m\u00f6glich. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir in die Hauptstadt der Pr\u00e4fektur Shizuoka auf die Immigration. Unsere Freunde von der Segelyacht Pino warten noch auf ein Paket. Laut Tracking Nummer sollte dies jedoch bereits beim Empf\u00e4nger angekommen sein.<br \/>\nNach einer drei st\u00fcndigen Reise mit dem Zug, hocken wir nun im vollgepacktem Immigrationb\u00fcro. Jeder zweite Stuhl ist mit Klebeband wegen Covid 19, als unbrauchbar markiert. Warten und dann viele Papiere ausf\u00fcllen. Als es ums Stempeln der P\u00e4sse geht, ger\u00e4t alles etwas aus den Fugen. Thomas nervt sich weil ich verlangte, dass sie den Stempel eine Woche vordatieren sollen. War nur so eine spontane Idee falls wir morgen wegen dem Wetter doch nicht los kommen. Begr\u00fcnden tue ich die Forderung mit der extrem langen Anreise zu ihrem B\u00fcro und Japans launischem Wetter.&nbsp; Mein stures Gem\u00fct l\u00e4sst es nicht zu, locker zu lassen. Dann fordere ich, sie sollen der Zollbeh\u00f6rde in Shimoda Bescheid geben, dass wir morgen um acht ausklarieren. Daf\u00fcr seien sie nicht zust\u00e4ndig. Thomas sch\u00e4mt sich. Wir haben kein Telefon. Ausl\u00e4ndische Touristen bekommen keine Telefonkarte. Eine Philippinin offeriert mir ihr Telefon zu ben\u00fctzen. Bei der kontaktierten Stelle spricht niemand Englisch. So reiche ich das Telefon den Beamten. Bitte reden. Die verstehen mich nicht. Jetzt werden wir aus dem B\u00fcro gewedelt. Wir sollen nach ein Uhr nochmals kommen.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholderNach einem Stadtbummel in Shizuoka, stellt sich heraus, dass in Shimoda ausklarieren zur Zeit nicht m\u00f6glich ist. Herzlichen Dank f\u00fcr die Abkl\u00e4rung! Und jetzt?<\/p>\n<p>Sie h\u00e4tten bereits organisiert, dass wir auf der Zollbeh\u00f6rde in Numazu ausklarieren k\u00f6nnen. Dies ist auf halber Strecke zur\u00fcck nach Shimoda. Jetzt muss aber salles schnell gehen. So leisten wir uns den Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen. Der elegante weisse futuristische Wurm, rollt quasi lautlos an den mit Sicherheitszaun versehenen Bahnsteig. Die wartenden Passagiere stehen brav in Einerreihe mit geb\u00fchrendem Abstand an. Kein Gedr\u00e4nge. Die Sitze sind super konfortabel. Nun flitzt der Zug mit 320 km\/h mitten durch D\u00f6rfer und St\u00e4dte. Ich schreibe eine Nachricht an Pinos: eine Stunde Versp\u00e4tung f\u00fcr Abschiedsessen. Bitte alle informieren, mein Akku ist fast leer!<br \/>\nUnd dann ist auch noch die Zuglinie unterbrochen! Sowas passiert eigentlich gar nie im perfekten Japan! Doch diese Info kommt bei Pino nicht mehr an.<br \/>\nRobusta hat f\u00fcr die Zeit in Japan ein sogenanntes Naikosen erhalten. (Entbindet von der Pflicht in jedem Hafen erneut einzuklarieren. Wir hatten jedoch verpennt, in jedem Closed Port uns bei den Beh\u00f6rden zu melden. Dises Malheur kam aus, als wir die Aufenthaltsbewilligung verl\u00e4ngern wollten. Details zum Naikosen im Blog vom 24. Februar 2020)<br \/>\nDieser Status muss nun auf dem Customs Office wieder ausgel\u00f6st werden.<br \/>\nVom Bahnhof Numazu geht\u2019s mit dem Bus in f\u00fcnf Minuten zum Customs Office. Und siehe da. Die Beamten haben s\u00e4mtliche Papiere bereits&nbsp; vorbereitet. Nur noch paar Erg\u00e4nzungen gabs zum nachtragen. Den versiegelten Alkohol hat niemand kontrollieren wollen. So korrekt wie die hier arbeiten, habe ich darauf spekuliert, wir d\u00fcrfen gleich mit ihnen im Auto nach Shimoda fahren. So dann aber doch nicht. Die Panne mit dem Zug ist auch schon wieder behoben.<\/p>\n<p>Total ausgehungert in der Kneipe angekommnen, ist da ausser ein grosser Tisch mit leergegessenen Sch\u00e4lchen niemand mehr. Was??? Das ist ja schr\u00e4g. Wo sind denn nun alle? Wir sind echt entt\u00e4uscht. So beschliessen wir alleine was essen zu gehen. Gar nicht einfach um diese Zeit. In Japan schliessen die Kneipen schon fr\u00fch. Da springt unser Freund aus einem Hamburgerschuppen auf die Strasse. Pinos seien ebenfalls nach Shizuoka zum Ausklariern gefahren. Das Paket sei heute morgen angekommen. Sie kommen in einer Stunde zur\u00fcck! Shuhei f\u00fchrt uns in ein typisch Japanisches Restaurant. Das war dann doch noch ein netter Abschiedsabend.<br \/>\nOh werden wir die Japanisches K\u00fcche vermissen! Nicht nur das. Jetzt wo ich die Zeit in Japan reflektiere, werde ich gerade etwas sentimental. Wir hatten echt nette Begegnungen. Bauern die uns Fr\u00fcchte schenkten,&nbsp; und all die Einladungen oder f\u00fcr Ausfl\u00fcge mitgenommen zu werden. Ein grosses Lob geht auch an die Japan Coast Guard f\u00fcr Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft.<br \/>\nHerzlichen Dank f\u00fcr die sch\u00f6ne Zeit in Japan! Hoffen wir sind nicht all zu oft in ein Kulturelles Fettn\u00e4pfchen gestampft. Wie an Thomas Geburtstagsparty als uns die Moskitos genervt haben. Da habe ich in der Not Indische R\u00e4ucherst\u00e4bchen angez\u00fcndent. Dies hat einen echten Tumult ausgel\u00f6st! Die Japanische Fraktion war beinahe im Begriff in die See zu hechten. Im Shinto Buddismus werden diese Dinger auf dem Friedhof als Ahnenkult angez\u0171ndet. Der Rauch verwandelt die Toten in einen Buddha!!&nbsp;<\/p>\n<p>ngg_shortcode_1_placeholderVerglichen mit anderen Seglern, die zur Corona Zeit in dieversen L\u00e4ndern der Erde am Ankerplatz oder Hafen blockiert waren, liessen uns hier alle in Ruhe. Wir konnten die Reise mit kleinen Einschr\u00e4nkungen fortsetzen. Auch f\u00fcr die Einreise nach Alaska ist diese Woche der positive Bescheid vom Infozentrum der US Border Controll eingegangen. Bedingung 14 Tage Selbstquarant\u00e4ne bei der Einreise. Die Zeit auf See wird angerechnet. Die \u00dcberfahrt wird in etwa 30 Tage dauern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und los geht\u2019s! Anfang Woche entwickelt sich wie gew\u00fcnscht ein kr\u00e4ftiges Hoch. Es zieht s\u00fcdlich von 35 Grad nach Osten. Danach soll es in Shimoda kr\u00e4ftig st\u00fcrmen. Dies scheint der perfekte Zeitpunkt um die 3300 Seemeilen lange Passage nach Alaska in Angriff zu nehmen. 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