{"id":11969,"date":"2021-05-01T20:40:10","date_gmt":"2021-05-01T20:40:10","guid":{"rendered":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=11969"},"modified":"2021-06-06T01:10:34","modified_gmt":"2021-06-06T01:10:34","slug":"der-schnee-ist-am-schmilzen-robusta-und-crew-haben-den-winter-uberlebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=11969","title":{"rendered":"Fazit &#8211; \u00fcberwintern in Alaska"},"content":{"rendered":"<p>Den kalten Winter, mit mehr Schnee als in vergangenen Jahren, hat die Robusta und Crew \u00fcberstanden. In Alaska \u00fcberwintern stellt eine besondere Herausforderung dar. K\u00e4lte, Schnee und St\u00fcrme bedingen einige Anforderungen an das Schiff und die Crew. Alle zwei Wochen im Schnitt, zieht ein heftiges Tief von den Aleuten \u00fcber die Peninsula westw\u00e4rts \u00fcber Alaska.&nbsp;<\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholderDie gr\u00f6sste Herausforderung in hohen Breiten ist das Kondenswasser, welches durchs Heizen entsteht.<\/p>\n<p>Nach einem Monat bei Aussentemperaturen&nbsp; von im Schnitt&nbsp; um die minus 10 Grad, oder auch zur Abwechslung mal \u00fcber Null Grad, habe ich mich mal bis in die Bilge im Bug unter den Kojen vorgek\u00e4mpft. Diese ist schwer zug\u00e4nglich, da sich dazwischen der vollgestopfte Stauraum befindet.&nbsp; Unter der Matratze liegt ein Gitterrost damit Luft zirkulieren kann. Alles trocken. Kleider, welche in Vakuumplastikt\u00fcten gestaut sind, sehen gut aus und duften auch noch halbwegs fein. Selbst die T\u00fcten sind trocken. Doch die Vorfreude ist schnell weg. Als ich das Bodenbrett entferne, entdecke ich&nbsp; Kondenswasser und das Holz ist auf der unteren Seite mit Schimmel bepudert. Oh je. Alles muss raus. Bilge auspumpen, Bretter mit Essigwasser waschen. Doch wo trocknen? Chaos \u00fcber den sonst schon so beschr\u00e4nkten Innenraum ist vorprogrammiert, da nun auch noch Bretter nur drinnen trockenen werden. Die Komfortzone ist im h\u00f6chsten Mass bedroht. Nerven beginnen durch Reibung zu gl\u00fchen, denn draussen st\u00fcrmt es nun seit Tagen. Keiner von uns hat jetzt wirklich Lust um nach draussen zu gehen. Also bleibt nichts anderes \u00fcbrig als nett und lieb miteinander zu sein. Der kleine Wohnraum im Winter, empfand ich zeitweise \u00e4tzend. Zu wenig Platz um die nassen Jacken drinnen aufzuh\u00e4ngen. Die vielen dicken Winterklamotten schienen immer im Weg zu sein.&nbsp;<\/p>\n<p>In die Bilge unter den Kojen stellten wir&nbsp; Entfeuchter mit Calciumchlorid.&nbsp; Diese Beh\u00e4lter m\u00fcssen regelm\u00e4ssig kontrolliert werden. In ihnen sammelt sich das Kondenswasser welches vom Calciuchlorid aus der Luft aufgenommen wird. Gleichzeitig werden unangenehme Ger\u00fcche neutralisiert. Thomas bohrt L\u00fcftungsl\u00f6cher und baut Computerventilatoren ein, damit der Stauraum unter den Kojen bel\u00fcftet ist. Dieses weisse Pulver, welches wie Crack aussieht, m\u00f6chte ich bei der n\u00e4chsten Grenzkontrolle nicht mehr an Bord haben.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>Feuchtigkeit entstand an allen Stellen, die nicht isoliert waren.&nbsp; Zum Beispiel wo die Kabel vom Mast durch die Decke in den Innenraum f\u00fchrten und an nackten Stahlstreben in den Schapps. Diese Streben sind nun mit Styropor verkleidet. Daf\u00fcr habe ich Resten von irgend einer Verpackung verwertet. Der Kabeldurchlass ist&nbsp; mit Bauschaum&nbsp; aufgef\u00fcllt.&nbsp;<\/p>\n<p>Die Luken und Bullaugen blieben mit der Doppelverglasung aus Plastiktischtuch total trocken!<\/p>\n<p>Die Robusta ist bis einen halben Meter unter die Wasserlinie&nbsp; isoliert.&nbsp; Sie ist mit ihren 38 Fuss klein, somit mit wenig Energie schnell aufgeheizt. Der Hafenmeister war erstaunt \u00fcber die tiefen Stromrechnungen. Erst dachte er, wir w\u00fcrden irgendwo anders Strom abzwicken.&nbsp; Besucher waren erstaunt, wie gem\u00fctlich warm es drinnen ist.<\/p>\n<p>Die Diesel Standheizung Webasto lief Morgens und Abends f\u00fcr etwa eine&nbsp; Stunde. Als zus\u00e4tzliche W\u00e4rmequelle kauften wir f\u00fcr den Winter&nbsp; einen 1500 Watt Oelradiator der \u00fcber Landstrom lief.&nbsp;<\/p>\n<p>ngg_shortcode_1_placeholderDer Aufbau \u00fcber dem Deckshaus hat eher genervt, als wie gedacht vor der Schneelast sch\u00fctzen w\u00fcrde. Schneefall war stets von starken Winden begleitet. Also hat der aus Dachlatten gezimmerte, mit Plane bespannte Schutz, dauernd geflattert. L\u00fcftungsstutzen mussten zugestopft werden. Schnee mit Wind findet \u00fcberall den Weg ins innere.<\/p>\n<p>In kalten Temperaturen sollen Wanten ganz wenig gel\u00f6st werden. Doch dann fingen sie an zu vibrieren. Gummistroppen spannen half recht gut.<\/p>\n<p>Die Robusta ist absolut gut geeignet um in hohen Breiten zu \u00fcberwintern. Das hat sie bereits in Patagonien bewiesen.&nbsp;<\/p>\n<p>Wir sind echt dankbar, dass wir f\u00fcr die Wintermonate ein Auto von Freunden benutzen durften. Der Hafen von Homer ist bis zur n\u00e4chsten Einkaufsm\u00f6glichkeit&nbsp; zehn Kilometer entfernt. Ohne Auto h\u00e4tte sich eine \u00dcberwinterung besser in Seldovia, Seward oder Cordova geignet. Doch Homer geh\u00f6rt definitiv nicht dazu.<\/p>\n<p>Der Hafen ist sehr gut gesch\u00fctzt. Kein Schwell. Doch durch die kleine \u00d6ffnung im Hafen, trieben bei&nbsp; Nordwind mit der Flut, immer wieder mal enorme Mengen an&nbsp; Eisschollen rein und f\u00fcllten den ganzen Hafen. Ist ein echtes Schauspiel wie sich die Schollen knirschend and Stegen und zwischen den Schiffen durchschieben. Im Winter liegen hier auch gr\u00f6ssere Kutter an denen unerm\u00fcdlich der Stahl mit der Flex oder dem Hilti ger\u00e4uschvoll bearbeitet wird. Generatoren brummen, dessen Ger\u00e4usche sich durchs Wasser \u00fcbertragen und sogar k\u00f6rperlich zu sp\u00fcren sind.&nbsp;<\/p>\n<p>Die Toiletten im Hafen sind modern, ger\u00e4umig und sehr sauber. Doch da sind keine Duschen! Wir haben uns auch nicht danach erkundigt. Ich mag mich nicht erinnern, dass wir jemals in einem Hafen ohne Duschgelegenheit waren!&nbsp;<\/p>\n<p>Morgen ziehen wir weiter zum Prince William Sound<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den kalten Winter, mit mehr Schnee als in vergangenen Jahren, hat die Robusta und Crew \u00fcberstanden. In Alaska \u00fcberwintern stellt eine besondere Herausforderung dar. K\u00e4lte, Schnee und St\u00fcrme bedingen einige Anforderungen an das Schiff und die Crew. 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