{"id":12477,"date":"2021-12-26T22:27:43","date_gmt":"2021-12-26T22:27:43","guid":{"rendered":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=12477"},"modified":"2024-10-21T00:52:22","modified_gmt":"2024-10-21T00:52:22","slug":"baja-california-nord-kulturschock-vom-feinsten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=12477","title":{"rendered":"Baja California Nord &#8211; Kulturschock vom feinsten"},"content":{"rendered":"<p>Alles beginnt in Mexiko etwas schr\u00e4g. Der Wind schlafft recht schnell ab. F\u00fcr die knapp 70 Seemeilen von San Diego&nbsp; nach Ensenada ist erst viel Wind prognostiziert, der nach wenigen Stunden abschlaffen wird. Es gelingt uns die gesamte Strecke unter Segel zur\u00fcckzulegen. Zwei Drittel davon im Schneckentempo. Wollten eh nicht zu fr\u00fch ankommen, damit wir nur einen Tag Marina bezahlen m\u00fcssen. In absoluter Dunkelheit in einen unbekannten Hafen einlaufen, ist nicht gerade angenehm. \u00dcberm\u00fcdet und von all den Lichtern der Stadt geblendet, sind die Seezeichen schlecht auszumachen und die unbeleuchteten Pangas erst recht nicht. Keine der Marinas ist per Funk zu erreichen. So steuern wir die erste Marina an. Dies ist dummerweise genau die teure Cruiseport Village die wir meiden wollten! Bei Sonnenaufgang wechseln wir die Marina.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholderNoch bevor der Wecker klingelt, poltert bereits jemand von der Gesundheitsbeh\u00f6rde ans Schiff und will Fieber messen! Der Agent ist auch schon da! Mist. Tranquillo! Sind gerade etwas \u00fcberrumpelt. Ich setze einen starken Kaffee auf und verabreiche der freundlichen Beamtin auch einen potenten italienischen Espresso. Haben w\u00e4hrend all den Jahren noch nie einen Agenten f\u00fcr das Einklarieren in Anspruch genommen. Nicht einmal in Japan! O.k, bis der ganze Papierkram erledigt war, sind zehn Tage verstrichen. Im Nachhinein war die Zusammenarbeit mit dem Mexikanischen Agenten sehr angenehm. Die Investition von 30 US Dollar hat viel Zeit gespart. Doch der Prozess kam etwas ins stocken, als es um die f\u00fcr Mexiko obligatorische Haftpflichtversicherung f\u00fcr das Schiff ging. Die englische \u00dcbersetzung wurde nicht akzeptiert. Mit der Italienischen Ausgabe waren sie auch nicht zufrieden zu stellen. Telefonieren ging nicht mit der Sim Karte von Alaska. Zudem war die Alianz Versicherung in der Schweiz zu dieser Uhrzeit am pennen. Dieses Vers\u00e4umnis nagt vom Budget 200 US Dollar weg. Eventuell ist es eh einfacher mit einer Mexikanischen Versicherung ausger\u00fcstet zu sein, falls was teures gerammt wird.<\/p>\n<p>In Ensenada hatte ich noch Kontakt mit meinem Sohn Sascha. In Europa steigen die Covid19 F\u00e4lle rapide an. In Mexiko auch. Schweren Herzens beschliessen wir, unser Treffen in La Paz aufzuschieben. Ich bin sehr traurig. Ich habe mich so sehr darauf gefreut ihn wieder zu sehen und gemeinsam etwas Zeit zu verbringen.&nbsp;<\/p>\n<p>ngg_shortcode_1_placeholderUm drei Uhr Nachmittags sticht die Robusta randvoll mit Tacos &amp; Tortillas und Co wieder in See. F\u00fcr die n\u00e4chsten 1300 Kilometer, bis ganz im S\u00fcden der Baja California, gibt es nahezu keine Einkaufsm\u00f6glichkeiten. Diesel bekommst du nur auf halben Weg in der Bahia Tortugas zu Wucherpreisen. Wir sind von diversen Seglern vorgewarnt. Ich denke der Ort ist so vermasselt wegen der j\u00e4hrlichen Baja Ha-Ha Cruisers Ralley. Ende Oktober walzen&nbsp; j\u00e4hrlich an die 200 Yachten von San Diego bis nach Cabo San Luca und \u00fcberfallen buchst\u00e4blich den kleinen Ort in dem mal gerade knapp 600 Personen leben.&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist kurz vor Weihnachten. Ausser fruztrockenen Sand ist kein Schnee in Sicht, was bei Schweizern irgendwie keine Weihnachtsstimmung aufkommen l\u00e4sst. Sollen wir uns beeilen um in La Paz mit anderen Segler zu feiern? Bahia Tortugas ziehen wir nicht in Erw\u00e4gung. Ich w\u00fcrde gerne einen Zwischenhalt auf der Insel Guadelupe, einem Naturschutzgebiet das nur von ein paar saisonalen Fischern&nbsp; und Forschern bewohnt ist einlegen. Doch dieser Plan f\u00e4llt wetterbedingt aus. Stattdessen finden wir auf der Insel Cedros Schutz. Ankern ausserhalb des kleinen Fischerhafen. Lebt hier \u00fcberhaupt jemand ausser Pelikane? Alles scheint so geisterhaft. Der Steg sieht aus als sei er gestern von einem Tsunami zerst\u00f6rt worden. Latschen sprachlos der mit allerlei M\u00fcll gezierten Hauptstrasse den Berg hoch, um bei der Capitania einzuklarieren. Alles ist extrem trocken und staubig. Das Kaff w\u00e4re die perfekte Filmkulisse f\u00fcr einen No Future Film! Ich habe Mexiko ganz anders in Erinnerung. Zwei mal bin ich vier Monate, alleine mit meinem kleinen Sohn, mit Rucksack und H\u00e4ngematte durch dieses faszinierende Land gereist. Allerdings immer s\u00fcdlich von Mexiko City.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_2_placeholderDer Hafenmeister fordert uns per Funk auf, wegen dem aufkommenden Sturm im engen Hafenbecken zu ankern. Mit der SIM Karte aus Alaska, die f\u00fcr die ganze USA, Kanada und Mexiko funktionieren soll, ist kein Signal zu empfangen. Doch die kleine Gemeinde hat eine eigene Antenne errichtet, um Anschluss per Satellit zur Aussenwelt zu haben. F\u00fcr ein paar Pesos f\u00fcr uns, jedoch teuer f\u00fcr Mexikaner, kaufen wir f\u00fcnf Gigabytes Daten um an Weihnachten Kontakt zu unseren Familien herzustellen. Genau w\u00e4hrend der Feiertage fegt der Sturm derart heftig \u00fcber die Insel, dass wir es nicht wagen, die Robusta alleine vor Anker zu lassen. An Land wird mit voller Energie gefeiert. Tausende Knallk\u00f6rper und Raketen sausen in alle Richtungen druch&#8217;s Kaff. Die Musik dr\u00f6hnt fr\u00f6hlich bis in die fr\u00fchen Morgenstunden und wir beobachten das ganze Geschehen einsam vom Schiff.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alles beginnt in Mexiko etwas schr\u00e4g. Der Wind schlafft recht schnell ab. F\u00fcr die knapp 70 Seemeilen von San Diego&nbsp; nach Ensenada ist erst viel Wind prognostiziert, der nach wenigen Stunden abschlaffen wird. Es gelingt uns die gesamte Strecke unter Segel zur\u00fcckzulegen. Zwei Drittel davon im Schneckentempo. 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