{"id":13125,"date":"2022-02-25T02:43:06","date_gmt":"2022-02-25T02:43:06","guid":{"rendered":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=13125"},"modified":"2025-02-01T01:53:04","modified_gmt":"2025-02-01T01:53:04","slug":"la-paz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=13125","title":{"rendered":"La Paz zum Ersten"},"content":{"rendered":"<p>Die Vorfreude ist gross. Nach \u00fcber drei Monaten in der Natur, oder allenfalls in der N\u00e4he von kleinen Siedlungen, ist die Stadt La Paz in Sicht. Endlich! Seit der&nbsp; Rundung der S\u00fcdspitze von Baja California, war Wind und Str\u00f6mung nur noch gegen uns. An Segeln war gar nicht zu denken.&nbsp; So wurden wieder einmal, gegen all unsere Prinzipien, v\u00f6llig unsportlich, etliche Liter Diesel verbraten. Die unkontrollierte Schaukelei nervt. In jede Bucht l\u00e4uft der Schwell ungebremst rein. Einzig in der Ensenada de Muertos schliefen wir wieder mal &#8211; wie es der Name verspricht &#8211; wie die Toten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die letzten zehn Seemeilen bl\u00e4st der Wind mit \u00fcber 25 Knoten aus der gew\u00fcnschten Richtung! So sind die negativen Gedanken im Nu im Winde verweht.<\/p>\n<p>La Paz liegt an einer Lagune. Der Kanal und die Untiefen sind mit riesigen Tonnen markiert. Doch was soll denn sowas?&nbsp;<\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholder<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">Die Story dazu sieht so aus: beim vorletzten Sturm ging eine dieser Tonnen auf Wanderschaft. Um eine Kollision mit den ankernden Yachten zu verhindern, schleppte ein Segler diese mit seinem Dinghi zum n\u00e4chst gelegenen&nbsp;Seezeichen und band es dort fest. Den Vorfall meldete er der Hafenbeh\u00f6rde. Monate sp\u00e4ter sieht alles noch genau gleich aus.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">In der Lagune liegen an die hundert Yachten vor Anker. Dieses Jahr sind es besonders viele. Da die meisten L\u00e4nder, im Gegensatz zu Mexiko ihre Grenzen nach wie vor geschlossen halten, kommt kein Segler mehr weiter. So entstand ein sogenannter Covid19 Stau. Ansonsten brach der Tourismus in Mexiko um 40% ein.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">Die einen scheinen unbewohnt. Abgesehen von Seev\u00f6gel und Ungeziefer war da schon sehr lange keiner mehr an Bord. Traurig zu sehen, wie diese Geisterschiffe vor sich hergammeln. Was ist aus ihren Besitzern geworden? La Paz hat den Ruf, dort segeln die Amis hin, um zu sterben.<\/span><\/p>\n<p>ngg_shortcode_1_placeholder<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">Da die Str\u00f6mung in in der Lagune je nach Mondstand sehr stark sein kann, und der Wind gerade flott bl\u00e4st, Ankern wir die Robusta sehr nahe bei der Einfahrt der Marina La Paz. Dort befindet sich auch der Dinghi Steg. Der Boss der Marina, die Hafenbeh\u00f6rde und abschliessend auch noch die Armee rufen an, weil ihnen nicht passt, wo die Robusta liegt. Doch all diese Funkspr\u00fcche h\u00f6ren wir nicht. Haben uns nach der Ankunft direkt mit dem Dinghi-zu-Wasser-lassen besch\u00e4ftigt. Wollten m\u00f6glichst noch bevor die Str\u00f6mung wieder einsetzt, an Land rudern. Dennoch war der Trip in die Marina voll anstrengend. Total verschwitzt und durch die aufgew\u00fchlte See auch noch nass, versuchen wir nun an den Steg zu gelangen. Erste Konfrontation mit dem Covid19 Stau! Zu viele Dinghies. W\u00fcrden alle ihre Gef\u00e4hrte an einer langen Leine festbinden, w\u00e4re alles kein Problem.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">Von allem zu viel!<\/span><\/p>\n<p>ngg_shortcode_2_placeholder<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">Entsprechend motiviert sind die Mitarbeitenden im Office. Die eine Se<\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u00f1<\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">orita h\u00e4lt sich sichtlich angestrengt hinter dem Computer versteckt. Nach einer gef\u00fchlten Ewigkeit erhebt sie sich doch noch. Frage in spanisch, ob wir das Dinghi hier parken d\u00fcrfen. Die Antwort kommt in Englisch: Ja das geht. Kostet zwei Dollar pro Tag. Ich dachte wir sind im Peso-Land! Mit W\u00fcrgen finden wir heraus, dass es auch m\u00f6glich ist, monatlich zu bezahlen. 30 Dollar pro Monat. Dinghi Park Geb\u00fchr ist was ganz neues f\u00fcr uns. Wohl etwas zu offen, zeige ich mein Entsetzen. Alles sei daf\u00fcr mit einer Kamera bewacht. Und wer erkennt dann die Person die gerade mit dem Dinghi davonbraust?? Dass ausgerechnet ich, Wochen sp\u00e4ter, mit Hilfe der Kamera den Dieb erkenne, der mit einer Ladung frisch gewaschener W\u00e4sche und zwei Einkaufst\u00fcten voller Lebensmittel entwischt ist, war echt verbl\u00fcffend. Die Klamotten kamen zur\u00fcck, doch der Food war aufgefressen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">Zwei Dinge stehen als h\u00f6chste Priorit\u00e4t auf der Tu-was-Liste. Den geklauten Motor f\u00fcr das Dinghi ersetzen und einen Zahnarzt finden. Letzteres ger\u00e4t ganz unbewusst f\u00fcr mehrere Wochen wieder in Vergessenheit.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">So besuchen wir den <a href=\"https:\/\/www.clubcruceros.net\/\">Club Cruzeros<\/a>. Seglerclubs sind gute Orte um an Infos zu kommen und die lokalen Segler kennen zu lernen. Etwa zehn sehr alte Kreaturen sitzen an verschiedenen Tischen. Erster Gedanke der mir durch den Kopf schiesst: Thomas wir sind hier falsch. Das ist das Altersheim! Doch wir sind am richtigen Ort. Niemand erwidert unsere Begr\u00fcssung, oder redet mit uns. Schweigend starren wir nun, einen bitteren Cafe Americano schl\u00fcrfend, aufs Anschlagbrett. Dort wird auf das morgendliche Funknetz verwiesen. Aktivit\u00e4ten im Club scheint es keine zu geben. Covid19 sei Dank. So dackeln wir entt\u00e4uscht ab und erkunden die Stadt.&nbsp;<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vorfreude ist gross. Nach \u00fcber drei Monaten in der Natur, oder allenfalls in der N\u00e4he von kleinen Siedlungen, ist die Stadt La Paz in Sicht. Endlich! Seit der&nbsp; Rundung der S\u00fcdspitze von Baja California, war Wind und Str\u00f6mung nur noch gegen uns. 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