{"id":7405,"date":"2017-02-19T23:41:21","date_gmt":"2017-02-19T22:41:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sy-robusta.ch\/?p=7405"},"modified":"2017-02-19T23:41:21","modified_gmt":"2017-02-19T22:41:21","slug":"pazifik-tag-37-39","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=7405","title":{"rendered":"Pazifik Tag 37-39"},"content":{"rendered":"<p>Wie waren denn so die Wellen auf dem Pazifik? Das hat mich jedenfalls sehr besch\u00e4ftigt&#8230;<br \/>\nB\u00f6se Wellen! Sie werfen das Schiff auf die Seite wenn ich kochen soll, Kaffee eingiessen m\u00f6chte oder mich in der Koje ausruhen will. Sie rollen von hinten heran. Verschiedene Wellenfrequenzen, sich \u00fcberlagernd und gegenseitig aufbauend. Ich m\u00f6chte diese Variationen ein bisschen ausf\u00fchrlicher beschreiben. Die ersten Tage nach dem Start von Valdivia blies der S\u00fcdwind heftig mit weit \u00fcber dreissig Knoten. Die Wellen waren kurz und steil, drei bis vier Meter hoch. Der Wind stabilisierte Robusta jedoch wunderbar, so war&#8217;s f\u00fcr mich eine tolle Rauschefahrt. Mit den Tagen nahm der Wind langsam aber stetig ab, die Wellen folgten seiner Kraft. Es begannen einige Tage sch\u00f6nstes Segeln. Doch je mehr der Bug Richtung Westen abdrehte, um vom S\u00fcdostpassat zu profitieren, desto m\u00fchsamer wurde die Fahrt. Eine lange D\u00fchnungswelle &#8211; das Schnaufen des Pazifiks &#8211; \u00fcberlagert von kleinen kurzen chaotischen Windwellen. Der Wind war ja stetig, doch mit zehn Knoten geradezu lasch. Das ist zuwenig f\u00fcr Robusta. Der Winddruck fehlte in den Segeln um es stabil auf einem Bug zu halten. Die Auswirkung von all dem, ein hin und herschaukelndes Boot, was alle 20 Sekunden einen Sonderschaukel obendrein brachte. Das zieht an den Nerve! Jedesmal ein Ruck ins Rigg, wenn die Segel schlugen. Der Mast erzittert erb\u00e4rmlich. Was tun? Eine bevorzugte L\u00f6sung war das Reffen des Kl\u00fcvers. Noch effizienter war das komplette Streichen (einrollen). Fahrt nur unterm Grosssegel. Das ist wohl nicht mehr so schnell, jedoch beruhigender f\u00fcrs Gem\u00fct und f\u00fcr die Bordstimmung.<br \/>\nThomas<br \/>\nSeit einer Woche ist es nicht mehr m\u00f6glich einen Wetterbericht (GRIB files) zu bekommen. Die Station in Chile ist mit SSB Funk nicht mehr erreichbar und mit der Station in der S\u00fcdsee ist auch keine Verbindung m\u00f6glich. Unsere Familien und Freunde k\u00f6nnen nicht mehr per Mail kontaktiert werden. Der Track und die Texte auf der Hompage sind nicht mehr nachgetragen. Also herrscht Funkflaute. Hoffen das sah nicht wie Schiffbruch f\u00fcr die Daheimgebliebenen aus!<br \/>\nEin feiner Hauch Wind dringt durch die Luke. Die See beginnt sich zu kr\u00e4useln. Zwei, vier, sechs, Knoten! So kommt Motti, der alte Spinacker zum Einsatz. Fr\u00f6hlich tanzt er vor dem Bug und zieht die Robusta immerhin mit vier bis f\u00fcnf Knoten \u00fcber den Pazifik. Seinen sanft wippenden Bewegungen schaue ich gerne zu und geniesse in seinem Schatten die unendliche Weite des Pazifiks.<br \/>\nDoch pl\u00f6tzlich ist der Schatten weg!<br \/>\nDer Motti badet im Meer und treibt neben der Robusta her. Das Fall ist gerissen. Wie mit dem Messer durchgeschnitten! Eigenartig. Mist, jemand muss auf den Mast um ein neues Fall einzuziehen, damit die Vorsegel wieder gesetzt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nGrossegel runter, Motor an. Der von H\u00f6henangst geplagte Thomas muss rauf da er nun einmal kr\u00e4ftiger ist. Ich muss erst mal \u00fcben, den Kutter gerade durch die Wellen zu lenken, damit die Mastspitze m\u00f6glichst ruhig bleibt. Mit dem Grossfall \u00fcber eine Rolle ins Deckshaus gelenkt, sichere ich Thomas. Eine Hand am Steuer, eine am Fall, Blick nach Oben und gleichzeitig auf die chaotischen von achtern anrollenden Wellen. Es f\u00e4llt mir schwer die Seitw\u00e4rtsbewegungen zu vermeiden. Die Maststufen erweisen sich als enormer Vorteil!<br \/>\nThomas ist eindeutig der Held der Reise!<br \/>\nAnja<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie waren denn so die Wellen auf dem Pazifik? Das hat mich jedenfalls sehr besch\u00e4ftigt&#8230; B\u00f6se Wellen! Sie werfen das Schiff auf die Seite wenn ich kochen soll, Kaffee eingiessen m\u00f6chte oder mich in der Koje ausruhen will. Sie rollen von hinten heran. Verschiedene Wellenfrequenzen, sich \u00fcberlagernd und gegenseitig aufbauend. 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