{"id":9150,"date":"2018-06-06T10:54:13","date_gmt":"2018-06-06T08:54:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sy-robusta.ch\/?p=9150"},"modified":"2018-06-06T10:54:13","modified_gmt":"2018-06-06T08:54:13","slug":"20-woche-werft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=9150","title":{"rendered":"20. Woche Werft"},"content":{"rendered":"<p>Was ist denn los? Warum erscheint da kein Blogeintrag mehr? So in etwa lauten die Kommentare von Freunden.<br \/>\n20 Wochen am St\u00fcck in einer Werft zu verbringen, h\u00e4tten wir niemals so gedacht. Es war klar, da ist viel zu renovieren. Robusta ist auch nicht mehr die J\u00fcngste. Dieses Jahr ist ihr 30-igster Geburtstag. F\u00fcr dieses Ereignis wird sie eben speziell h\u00fcbsch gemacht!&nbsp;<br \/>\nChaos auf der Baustelle<br \/>\nngg_shortcode_0_placeholder<br \/>\nNohl, der wohl erfahrenste Bootsbauer dieser Werft erkl\u00e4rt, dass Arbeiten die von Laien ausgef\u00fchrt werden, in der Regel sechs mal l\u00e4nger dauern. Diese Aussage l\u00e4sst mich stutzen. Wie lange braucht denn ein Provi?&nbsp; Zus\u00e4tzlich war der Sommer&nbsp; &nbsp;hundsmiserabel. Mittlerweile ist es auch schon Winter geworden! Die Tage sind kurz,&nbsp; alles ist bis mittags feucht auch wenn es nicht geregnet hat. Die Niederschl\u00e4ge nehmen auch nicht ab. Die Temperaturen sind meist recht angenehm. Tags zwischen 15 und 20 Grad. Der S\u00fcdwind hat uns aber auch schon N\u00e4chte um die 5 Grad beschert. Robusta ist gut isoliert und mit einer extra Wolldecke \u00fcberleben wir das auch.<br \/>\nBesuch bei Jo in Auckland. Jo haben wir beim Segeln in Patagonien kennen gelernt. Ich habe die Woche Pause von der Werft sehr genossen.&nbsp;&nbsp;<br \/>\nngg_shortcode_1_placeholder<br \/>\nZur\u00fcck in der Werft, verlagerte ich das Arbeiten wegen des miesen Wetters nach innen. Thomas w\u00fchlt im Ankerkasten. Hoch euphorisch rupfte ich den Kartentisch raus und begann an dessen Stelle ein neues Sofa zu entwerfen. In der R\u00fcckenlehne sollen&nbsp; neu drei Schapps f\u00fcr mehr Stauraum entstehen und unter dem Sitz zwei Kisten f\u00fcr den Proviant. Ich habe immer die Krise gekriegt wenn ich mich bei Seegang erst hinter den Tisch und unter die Polster w\u00fcrgen musste, um ausgehungert an die Vorr\u00e4te zu gelangen. Der K\u00fchlschrank war unter dem Kartentisch platziert und passt jetzt auf den Millimeter genau unter diesen Sitz in der Dinette! Mit einer extra Schicht Isolation braucht er am neuen Standort wesentlich weniger Strom! Das hast du&nbsp; super hingekriegt Thomas!<br \/>\nBootsbausperrholz f\u00fcr mein neues Projekt kaufte ich bei Scooters ein. Nun wie bringe ich das 2.40 x 1.40 Meter grosse St\u00fcck&nbsp; zur Werft? Lieferung h\u00e4tte 45 Kiwi Dollar gekostet. Unglaublich. So habe ich jemanden gefragt der ebenfalls Holz einkaufte, ob er mir helfen k\u00f6nne. Klar doch! Und ruck zuck lag die Holzplatte auf dem Anh\u00e4nger und obendrauf auch noch mein Velo. An der ersten Kreuzung sprang der Fahrer hektisch aus dem Auto, fuchtelte nerv\u00f6s mit seinen H\u00e4nden&#8230; da schoss es mir durch den Kopf: Klaus hat aus Spass das Schutzblech von meinem Fahrrad mit Rostumwandler eingeschmiert! Diese orange Farbe klebt jetzt akut, eventuell auch chronisch, am Steuer,&nbsp; Gangschaltung und am T\u00fcrgriff des Autos. Sehr peinlich. Immerhin hat der nette Mann einen beachtlichen Umweg von mehreren Kilometer f\u00fcr den Transport auf sich genommen!<br \/>\nBeim Bau des Sofas habe ich mir beinahe das Hirn ausgerenkt. Ja die Routine fehlt. Viele Dinge tun wir zum ersten Mal. Im Schiff ist alles noch etwas komplizierter. W\u00e4nde sind irgendwie abgerundet oder schief und auch niemals linear, oder die perfekten Werkzeuge und Werkbank fehlen. Also muss improvisiert werden. Die Open Air Werkstatt ist nur bei sch\u00f6nem Wetter nutzbar.&nbsp;<br \/>\nSpiel mit ausgedienter Rettungsinsel<br \/>\nngg_shortcode_2_placeholder<br \/>\nDer Wetterbericht ist erneut zum davonrennen! Es regnet nicht dauernd aber immer wieder mal kr\u00e4ftig und das mehrmals pro Tag! Das seit Monaten! Eigentlich seit wir in Neuseeland sind. Jede Maschine muss somit zum Schutz nach Gebrauch in eine wasserdichte Kiste verstaut werden. Sonst k\u00f6nnte der volle Stress ausbrechen wenn sich pl\u00f6tzlich eine fette Wolke ergiebig entleert.&nbsp;<br \/>\nUm den Rumpf von aussen zu streichen, darf es ausnahmsweise w\u00e4hrend f\u00fcnf Tage nicht regen. Alle Schichten m\u00fcssen nacheinander aufgetragen werden, eine pro Tag. Der Epoxi Primer, den Thomas bereits vor drei Monaten aufgetragen hat, muss angeschliffen werden. M\u00fchsam! Wegen der langen Pause wird nochmals Epoxi Primer aufgetragen. Dann folgen zwei Schichten Epoxi Barrier Coat und das Antifouling. Vor dem Einwassern kommt noch eine weitere Schicht Antifouling drauf.<br \/>\nRumpf malen<br \/>\nngg_shortcode_3_placeholder<br \/>\nEndlich ist f\u00fcr uns das lang ersehnte Wetterfenster zum Streichen in Sicht! Einige unserer Freunde machen sich bereit&nbsp; um die rund 1000 Seemeilen lange Reise nach Fiji in Angriff zu nehmen. Nur wir k\u00f6nnen noch nicht los! Der Abschied f\u00e4llt mir wie immer schwer. Vor allem weil wir doch so eine tolle Bande in der Werft waren! Fast jeden Abend war was los.&nbsp; Grillen, Kochen, Quasseln, Feiern, gemeinsame Ausfl\u00fcge. Doch alleine sind wir noch nicht. Da sind noch welche da, die an ihren noch gr\u00f6sseren Projekten arbeiten. Sie sind teilweise schon Jahre dabei&nbsp; ihren Traum einer eigenen Yacht zu verwirklichen. Im Winter stellen die Neuseel\u00e4nder ihre Yachten f\u00fcr Wartungsarbeiten an Land. Und die Fischkutter werden zu dieser Jahreszeit ebenfalls gewartet.&nbsp;<br \/>\nDie &#8220;Tu was liste&#8221; ist immerhin schon um einiges geschrumpf.&nbsp;<br \/>\nngg_shortcode_4_placeholder<br \/>\nOft werden wir gefragt wie lange wir noch in der Werft sein werden und wohin wir segeln werden. Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Das h\u00e4ngt alles sehr vom Wetter ab wie schnell die Renovation vorankommt.&nbsp;<br \/>\nDie Zukunft steht offen. Nochmals in die S\u00fcdsee, wie es viele Segler tun, daf\u00fcr k\u00f6nnte es f\u00fcr uns zu sp\u00e4t werden. Im Dezember beginnt&nbsp; bereits wieder die Zyklonsaison. Richtung West k\u00f6nnte sich wie nach Hause segeln anf\u00fchlen.&nbsp;<br \/>\nTr\u00e4ume sind da viele &#8211; nur welchen Weg wir w\u00e4hlen, das wird sich zeigen.<br \/>\nAm 3. Juni war Thomas grosser Tag! Er hat seinen 50-igsten Geburtstag gefeiert. Doch das anziehende Tief brachte Monsunartige Regenf\u00e4lle. Dank des Gasofens den Murri (Chef der Werft) zur Verf\u00fcgung gestellt hatte, war es trotz Regen und K\u00e4lte wieder mal ein gelungenes Fest! Danke f\u00fcr all die Leckerbissen und Geschenke die alle mitgebracht haben!<br \/>\nngg_shortcode_5_placeholder<br \/>\nApropos Geschenke: Im Patio in der Werft,&nbsp;befindet sich der sogenannte Weihnachtstisch. Dort deponieren Segler Dinge wie Kleider, B\u00fccher, Ersatzteile, K\u00fcchenutensilien, Farbresten etc. die sie nicht mehr brauchen.&nbsp; So konnten wir schon so manches perfekte St\u00fcck ergattern. Ein Schreiner der Werft hat mal sein Fahrrad dort geparkt. Keine gute Idee! Auch die grosse M\u00fclltonne ist manchmal eine echte Goldgrube. Dort fand ich zwei mal das komplette Ersatzteilpaket f\u00fcr die Jobsco Toiletten. Wer entsorgt so etwas wertvolles? In Polynesien hat solch ein&nbsp; Satz 150 Euro gekostet!!! Auch unter den Seglern werden fleissig Dinge ausgetauscht.&nbsp;<br \/>\nLustig ist auch, dass immer wieder mal liebe Leute vorbeikommen w\u00e4hrend wir am arbeiten sind, um uns etwas zum Essen zu bringen. Selber gebackene Kuchen, Fr\u00fcchte von ihrer Farm oder wenn jemand nach Hause Fliegt, \u00fcberlassen sie uns die frischen Lebensmittel.&nbsp; Besitzer von Autos nehmen uns zum Einkaufen mit oder offerieren grossz\u00fcgig diese auszuleihen. Von Hannes und Lydia haben wir Segel und Farbe bekommen, f\u00fcr das neue Sofa Schaumstoff von Angela und Reto, Klaus hat von seinem alten Dinghi alle Ventile rausgeschnitten und uns f\u00fcr den Notfall \u00fcberlassen.&nbsp;Das sind wirklich Gesten die wir echt sch\u00e4tzen!&nbsp;<br \/>\nGrossen Dank!<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist denn los? Warum erscheint da kein Blogeintrag mehr? So in etwa lauten die Kommentare von Freunden. 20 Wochen am St\u00fcck in einer Werft zu verbringen, h\u00e4tten wir niemals so gedacht. Es war klar, da ist viel zu renovieren. Robusta ist auch nicht mehr die J\u00fcngste. Dieses Jahr ist ihr 30-igster Geburtstag. 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