{"id":9269,"date":"2018-07-09T05:56:12","date_gmt":"2018-07-09T03:56:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sy-robusta.ch\/?p=9269"},"modified":"2018-07-09T05:56:12","modified_gmt":"2018-07-09T03:56:12","slug":"durchhanger-in-der-werft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=9269","title":{"rendered":"Durchh\u00e4nger in der Werft"},"content":{"rendered":"<p>Noch immer in der Werft?<br \/>\n-Ja.<br \/>\nSo viel zu renovieren?<br \/>\nDie \u201eTu was Liste\u201c hat sich in den ersten Wochen t\u00e4glich verl\u00e4ngert. Es l\u00f6scht mir ab, wenn ich \u00fcber das Deck der verdreckten Robusta schaue. Rostschlieren da und dort, vom weissen Deck ist fast nichts mehr zu sehen. Alles ist echt gruselig. Innen Staub und Chaos pur. Es sieht nicht aus, als h\u00e4tten wir bereits sechs Monate geschuftet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Deck nur durch reinigen jemals wieder sauber wird. Beim betrachten der komplett vernachl\u00e4ssigten \u201eTu was Liste\u201c wird es mir schwindelig. So viele Dinge sind angefangen. Ich bin traurig, \u00fcberfordert und habe den \u00dcberblick verloren was noch zu tun ist. Thomas scheint das alles nicht zu st\u00f6ren. Umso mehr f\u00fchle ich mich unverstanden. Da klaffen unsere Wahrnehmungen auseinander.&nbsp;<br \/>\nngg_shortcode_0_placeholder<br \/>\nIch packe den Cumputer, richte mich im Aufenthaltsraum der Werft ein und versuche mich zu beruhigen. Ich schreibe lieber wiedermal&nbsp; Blog. Nohl der Bootsbauer und Murry der Boss der Marina sehen, dass ich geheult habe. Wir trinken zusammen Tee. Sie versuchen mich zu tr\u00f6sten indem sie mir verr\u00fcckte Geschichten \u00fcber Paare in der Werft erz\u00e4hlen. Am meisten tr\u00f6stet mich, als sie mir versichern all die Arbeit lohne sich bei der originellen Robusta. Es sei eine gute f\u00fcr Schwerwetter taugliche, stabile Yacht!&nbsp;<br \/>\nNun haben wir uns zusammengerappelt und die &#8220;Tu was Liste&#8221; auf den neusten Stand gebracht. 69 Dinge sind noch zu bew\u00e4ltigen. 69 t\u00f6nt skandal\u00f6s. Leider habe ich es verpasst zu z\u00e4hlen wie viele es insgesamt waren. Gef\u00fchlsm\u00e4ssig garantiert \u00fcber tausend! Einen \u00dcberblick zu schaffen tat mir gut. In Zukunft werde ich mit der Liste arbeiten. Ich stelle mir vor, wenn ich eine Arbeit abhaken kann, kommt das einem Orgasmus gleich!<br \/>\nBeim genaueren Hinschauen, weshalb die Renovation so lange dauert, sind wir auf folgende Punkte gestossen: Eigentlich sind es nicht nur Punkte, sondern ganze Stories.<br \/>\nNun ja, wenn zum Schweissen in der Bilge schon ein Teil des Innenausbaus entfernt ist, lohnt es sich was dahinter liegt zu erkunden und gegebenenfalls auch zu bearbeiten. Sehr erschwerend ist der Fakt, dass wir auf der Baustelle leben! Da ist zum Beispiel eine Kabine mit Ware bis obenhin vollgestopft und Arbeiten die im Gleichen erledigt werden k\u00f6nnten, sind dort nicht m\u00f6glich.&nbsp;<br \/>\nOft muss auch wegen ung\u00fcnstigen Wetterbedingungen umgeplant werden. Dann geht das Durcheinander erst recht los. Angefangene Arbeiten bleiben liegen. Oder irgendwelche Mal\u00f6re geschehen wie zum Beispiel mit den ausgebauten Decksluken. Die Schraubl\u00f6cher hatte ich doch mit einem Mammutklebeband provisorisch abgedichtet. Der sintflutartige Regen muss es irgendwann weggeschwemmt haben. So ist Wasser in die Vorkabine hinter die frisch gestrichenen Holzw\u00e4nde vorgedrungen. S\u00e4mtliche Klamotten in den Schapps sind durchn\u00e4sst. Paneelen wieder abschrauben, an die Sonne legen, Isolation trockenen&#8230;&#8230; das macht echt Spass! Auch wenn es oft mehrmals t\u00e4glich nur kurz regnet, fehlt oft die Motivation Arbeiten draussen \u00fcberhaupt zu starten. Zu zweit innen zu werken ist anstrengend da wir einander aus Platzmangel in die Quere kommen. Die Wetterfenster f\u00fcr Malerarbeiten m\u00fcssen gut gew\u00e4hlt werden. Der Polyurethanfarbe muss bei diesen niedrigen Temperaturen ein Beschleuniger beigemischt werden. Drei fette Infrarot W\u00e4rmelampen helfen zus\u00e4tzlich den chemischen Prozess der Trocknung anzukurbeln. Erst gegen Mittag k\u00f6nnen wir beginnen. Nach 15 Uhr ist die Luftfeuchtigkeit bereits schon wieder zu hoch. Der Anstrich verliert mit der Feuchtigkeit den Glanz. Obwohl, mattschwarze Autos sind ja jetzt hoch im Kurs!<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nWir, die unseren Stahleimer selber renovieren, brauchen viel Zeit um uns \u00fcber die anstehenden Arbeitsvorg\u00e4nge schlau zu machen. Dank Internet geht das ja relativ flott. Die Informationsflut verunsichert auch. Vor allem Beitr\u00e4ge aus Foren m\u00fcssen kritisch eingesch\u00e4tzt werden. Im Facebook, im Forum &#8220;Sailing and crusing&#8221; finde ich oft sehr guten Rat. Da tummeln sich die Leute, die Ihre Yachten an die Grenzen puschen und Erfahrungen mit allerlei Reparaturen haben. So und nun geht es darum das entsprechende Material zu finden. Der kleine Laden in der Werft ist sehr praktisch. Doch der Verk\u00e4ufer hat keine Ahnung! Frag den Maler, heisst es dann und am Ende des Monats steht eine halbe Stunde Beratung auf der Rechnung (Ist uns noch nicht passiert, doch viele Segler haben das hier so erlebt). Wenn ich ein Produkt kaufe, erwarte ich auch eine kompetente Beratung. Letzte Woche habe ich ein ganzes Holzbrett mit falscher Farbe versaut, welches ich in stundenlanger Arbeit ins Deckshaus eingepasst habe. Ich bin sauer! Ein Entgegenkommen oder eine Wiedergutmachung ist nicht auszuhandeln. So strampeln wir in Zukunft mit dem Velo viele Kilometer in Whangarei f\u00fcr Eink\u00e4ufe und Beratung herum. Price vom Malergesch\u00e4ft Fraser ist die geniale Ansprechperson geworden. Dort k\u00f6nnen wir \u00fcber das Gesch\u00e4ftskonto eines neuen Freundes f\u00fcr 30 Prozent g\u00fcnstiger einkaufen.<br \/>\nngg_shortcode_1_placeholder<br \/>\nEhrlich gesagt gelingt es nicht immer die Arbeiten in einer sinnvollen Reihenfolge zu organisieren.<br \/>\nMissgeschicke machen an Erfahrung reicher? Oder wie ist das noch?<br \/>\n<strong>Relax, have a nice cool beer.<\/strong><br \/>\nDer Winter ist nun da. Er ist jedenfalls wesentlich milder als in der Schweiz! In den G\u00e4rten bl\u00fchen die sch\u00f6nsten Blumen. Zitronen, Limonen, Kiwis und die Pampelmusen sind reif. In der Nacht k\u00f6nnen die Temperaturen aber schon mal gegen f\u00fcnf Grad fallen. Tags\u00fcber steigt das Thermometer bei praller Sonne gegen 15 Grad. Schlafen tun wir schon fast mit der selben Ausr\u00fcstung wie in Patagonien. Fehlt nur noch die M\u00fctze auf der Birne. In der Schlafkabine mussten wir die Bullaugen wieder gegen Kondenswasser mit einer transparenten Plastikfolie sozusagen doppelt verglasen. Hilft super! Geheizt wird nur kurz morgens mit der frisch gewarteten Webasto (Dieselheizung).<br \/>\nAbends treffen sich die wenigen zur\u00fcckgebliebenen Segler,nicht zu verwechseln mit geistig zur\u00fcckgeblieben, beim Grill zum quasseln und festen. Sie basteln ebenfalls seit Monaten oder gar Jahren an ihren Yachten. Doch oft k\u00f6nnen die Yachties nicht abschalten und reden dauernd von Reparaturen als g\u00e4be es keine anderen Themen in der Welt!&nbsp;<br \/>\nIch brauch mal eine Pause.<br \/>\nngg_shortcode_2_placeholder<br \/>\nDie Sonnenwende ist immerhin \u00fcberstanden. Die Tage werden wieder l\u00e4nger. Gefeiert wird der k\u00fcrzeste Tag im Jahr mit einem Konzertbesuch im Club Maina. Die Band Mermaid Bait spielt dort. Der ganze Club ist mit Christbaumkugeln und Klimbim dekoriert. Ein \u201eWeihnachtsmenue\u201c steht auf dem Speiseplan. Fast so lecker wie aus Mamas K\u00fcche. Weihnachten jetzt? Das sei ein Gebrauch den die Europ\u00e4er zumindest in diese Gegend gebracht haben. Ausfl\u00fcge, um mal von der Werft weg zu kommen, geniessen wir beide sehr. Das Fest war super. Doch ein dezent bitterer Nachgeschmack \u00fcberschattet den tollen Abend. Zur\u00fcck bei der Werft hatte Dave den Schl\u00fcssel f\u00fcr das Tor nicht gefunden. So l\u00e4sst er ausnahmsweise das Auto \u00fcber Nacht auf der Strasse stehen. Am n\u00e4chsten Morgen war es aufgebrochen und ausgeraubt. Dave renoviert seine Yacht und hatte deshalb all seine Kleider und eigentlich alles was er besitzt im Auto zwischengelagert. Ich w\u00fcrde sagen das war wirklich grosses Pech. Wir&nbsp; f\u00fchlen uns sehr sicher in Neuseeland.&nbsp;<br \/>\nDie Sonne scheint heute immerhin, so tun wir was gegen die Tu was Liste! \u00dcbermorgen ist frei, der Wetterbericht meldet einen fetten Sturm mit viel Regen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch immer in der Werft? -Ja. So viel zu renovieren? Die \u201eTu was Liste\u201c hat sich in den ersten Wochen t\u00e4glich verl\u00e4ngert. Es l\u00f6scht mir ab, wenn ich \u00fcber das Deck der verdreckten Robusta schaue. Rostschlieren da und dort, vom weissen Deck ist fast nichts mehr zu sehen. Alles ist echt gruselig. 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