{"id":9573,"date":"2018-10-28T00:04:08","date_gmt":"2018-10-27T22:04:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sy-robusta.ch\/?p=9573"},"modified":"2018-10-28T00:04:08","modified_gmt":"2018-10-27T22:04:08","slug":"testfahrt-mit-der-renovierten-robusta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=9573","title":{"rendered":"Testfahrt mit der renovierten Robusta"},"content":{"rendered":"<p>Sechs Wochen sind bereits vergangen seit die Robusta wieder schwimmt.<br \/>\nSch\u00f6n sieht sie aus!<br \/>\nNur schade hat es nicht mehr geklappt, den weissen Streifen am Rumpf zwischen dem Schwarz und Rot auszubessern \u2013 zu viel Regen!<br \/>\nIn der Zwischenzeit ist so einiges gelaufen, oder eben auch nicht.<br \/>\nEtliche Stunden haben wir gemeinsam verbracht. Wir vermissen ihn so sehr! Nun ist er endg\u00fcltig von uns gegangen. Nicht mehr wiederbelebbar. Total tot. Ade&nbsp; liebster Laptop! Hast wohl auch zu viel Regen abbekommen.&nbsp;<br \/>\nDie Verl\u00e4ngerung der Aufenthaltsbewilligung macht uns etwas Sorgen. Die maximale Aufenthaltsdauer ist bereits erreicht (9 aus 18 Monaten). Trotzdem reichen wir als Paar einen Antrag f\u00fcr weitere neun Monate Aufenthalt in Neuseeland ein. Schriftlich. Elektronisch geht als Paar nicht. Sowas kann das System nicht! Murrey, der Boss der Norsand Werft, hat erneut ein Begleitschreiben verfasst, welches uns helfen soll. Der Inhalt lautet in etwa so: Robusta m\u00fcsse erst intensiv getestet werden und es sei fahrl\u00e4ssig uns auf eine 1000 Seemeilen lange \u00dcberfahrt zu schicken\u2026. Wer l\u00e4nger als ein Jahr in Neuseeland bleiben will, muss einen Medizinischen Test durchlaufen. Lungenr\u00f6ntgen wegen Tuberkulose, fetter Fragebogen zum Gesundheitszustand (l\u00fcgen verboten) und ein Bluttest mit dem unter anderem s\u00e4mtliche sexuell \u00fcbertragbare Krankheiten ermittelt werden. Wir wussten gar nicht, dass wir uns demn\u00e4chst prostituieren werden. Der Spass kostet 500 Kiwi Dollar pro Person (z.Z 300 Euro)! Wer ein Wehwehchen hat, darf als Tourist nicht bleiben. So die Information der \u00c4rztin. Vergiss die Idee gleich mal jemand anderen zum Test zu schicken. Du wirst in der Arztpraxis fotografiert. Genauso wie wenn du in den Knast wanderst. Ich gehe davon aus, dass jeder Tourist eine private Krankenversicherung hat und somit dem Staat bei Krankheit nicht zu Lasten f\u00e4llt. Wer hingegen in Neuseeland einen Unfall baut, wird kostenlos behandelt. Bei Krankheit wir dem Tourist jedoch der doppelte Tarif abgezwickt.<br \/>\nNeuseeland ist etwas speziell.<br \/>\nSo und jetzt ist eh alles wieder anders gekommen:<br \/>\nEine Anfrage von meinen ehemaligen Arbeitskollegen bringt so einiges durcheinander: Ob ich f\u00fcr sechs Monate einspringen will. Der Entscheid war nicht ganz einfach. Die Pl\u00e4ne waren bereits geschmiedet um zur S\u00fcdinsel zu segeln. Marlboro Sound und Fiordland zu den Sandflohkolonien. Nicht mit dem Auto wie es die meisten Segler tun, sondern wir wollten mit der Robusta dort hin segeln.<br \/>\nNun fliege ich Ende November nach 3 \u00bd Jahren wieder mal nach Hause in die Schweiz. Alleine. Thomas wird hier bleiben und das Leben als Einhandsegler geniessen. Hoffentlich wird es ihm alleine nicht zu wohl dabei! Ich freue mich extrem auf meinen Sohn Sascha, Familie und Freunde und auf frische Gipfeli, guten Ch\u00e4s und Servelats und R\u00f6schti! Doch sieben Monate von Thomas getrennt zu sein, wird eine Herausforderung. Wir werden einander vermissen!!! Jetzt wo ich das schreibe fliessen gerade wieder die Tr\u00e4nen.<br \/>\nEigentlich wollte ich ja von der Testfahrt berichten.<br \/>\nErst ging die Fahrt unter Motor in die Town Basin Marina im Zentrum der Stadt WhangaRain. (Sorry ich musste diesen Ort umbenennen. Es hat dort dermassen oft geregnet. Ist ja echt unglaublich! Wir h\u00e4tten jedoch noch Gl\u00fcck gehabt, normalerweise ist alles noch viel \u00fcbler.) Die Versorgerbatterien sind schon wieder schlapp! Sie entladen sich viel zu schnell und laden nicht mehr recht. Nach nicht mal zwei Jahren schon wieder tot! So und nun werden die neuen Batterien nicht mehr im Motorraum installiert. Dort drinnen wird es um die 50 Grad warm wenn der Motor l\u00e4uft. Hohe Temperaturen verk\u00fcrzen die Lebensdauer drastisch. Also noch eine weitere Fehlkonstruktion die zu beheben ist. Greg, der mit seinem Fischkutter in der Werft ist, kauft sie f\u00fcr uns ein. Er bekommt 30% Rabatt. Zum Thema Batteriekunde ein Link: <a href=\"http:\/\/www.kleinboote.at\/Batterie-Bootsbatterie\">www.kleinboote.at\/Batterie-Bootsbatterie<\/a>.<br \/>\nSo und nun kann die Testfahrt zum 70 Seemeilen entfernten Coromandel Town beginnen. Gleich beim Marsden Cove erblickt Thomas eine an einer unm\u00f6glichen Stelle im Fluss geankerte Yacht. Es ist die Caramor! Kate und Franco haben wir zuletzt in Chile gesehen. Was f\u00fcr eine Freude! Sie sind soeben von Tonga angekommen. Ihr Motor ist ausgestiegen. So legen wir mal eine Pause w\u00e4hrend der Testfahrt ein und ankern ebenfalls im fetten Schwell neben der Caramor. Etwas sp\u00e4ter kommt unser Freund Rob mit dem Dinghi angebraust. Er berichtet von einer Yacht die gerade aus Fiji angekommen ist und auf der \u00dcberfahrt den Anker mit der ganzen Kette verloren hat. Die Yacht sei nun an einem Seezeichen im Fluss festgebunden. Ich koche das erste Mal wieder bei Seegang einen Eintopf f\u00fcr uns alle. Der sch\u00f6n saubere Herd sieht schon wieder v\u00f6llig versaut aus!<br \/>\nFranco hat den Motor soweit wieder zum Laufen gebracht. So und nun geht\u2019s weiter mit der Testfahrt der Robusta.<br \/>\nDas neue Grosssegel zieht super! Doch beim Reffen geht etwas nicht. Die Reff\u00f6sen lassen sich unm\u00f6glich am Mast einh\u00e4ngen. Die Segellatten st\u00f6ren! Das kann aber einfach behoben werden. Der Motor hatte etwas M\u00fche beim Starten. Komisch. Mit dem Deutz hatten wir erst ein einziges Mal ein kleines Problem.<br \/>\nIn Coromandel Town wohnt eine Freundin aus der Schweiz, die wir nun endlich besuchen wollen. Doch das ist alles nicht so einfach. Zum Dorf f\u00fchrt ein kleiner Bach der mit dem Dinghi nur zwei Stunden vor und nach Hochwasser befahrbar ist. Ein weiterer Anlegesteg ist n\u00f6rdlich ausserhalb vom Dorf. Doch auch dort ist die Situation nicht viel besser.&nbsp; Jedenfalls war das Wiedersehen mit Tina super toll! Sie musste jedoch den Thomas als erstes zu einem Zahnarzt fahren. Er ist nun einem Gebiss um einen Zahn n\u00e4her ger\u00fcckt. Die Reparatur in Fiji, vom Indischen Zahnarzt durchgef\u00fchrt der in Neuseeland studiert hat, ist abverreckt.&nbsp; Auf dem R\u00f6ntgenbild ist es eindeutig zu sehen. Im Zahn steckt von der Wurzelbehandlung zur\u00fcckgeblieben, ein St\u00fcck Draht! Autsch.<br \/>\nJa und genau jetzt, nachts in absoluter Dunkelheit mit viel Wind, auf dem Weg mit dem Dinghy zur Robusta, streikt der Motor. Kleine steile Wellen machen es sozusagen unm\u00f6glich zu paddeln. Die ankernden Yachten und nun auch das Land, sind weit entfernt. Wo ist die Robusta? Hat denn \u00fcberhaupt jemand das Ankerlicht angemacht? So ist der schwarze Rumpf nat\u00fcrlich nahezu unm\u00f6glich auszumachen. Zuf\u00e4llig driften wir auf Marcello\u2018s Yacht. Der weiss wo die Robusta liegt. Knappe zwei Stunden sind wir in der K\u00e4lte rumgeirrt!<br \/>\nSturm aus S\u00fcdwest ist angesagt. So verkr\u00fcmeln wir uns in die gesch\u00fctzte, wundersch\u00f6ne Te Kouma Harbour Bucht. Miri will mit uns segeln. Ich hole sie zu Fuss an der Hauptstrasse ab. Ein \u00fcberdimensional grosses Auto stoppt neben uns. Der Fahrer ermahnt uns, dass wir hier nicht laufen d\u00fcrfen. Alles Privatland, Maori Land erkl\u00e4rt der k\u00e4seweisse Mann. Das Dinghy werden die Arbeiter von der Muschelfarm zerst\u00f6ren wenn wir es am Steg anbinden. Ups, krass. Offensichtlich sind Fremde hier nicht willkommen. Bl\u00f6d ist nur, dass die n\u00e4chsten drei Tage wegen dem Sturm die Bucht nicht verlassen werden kann. Nur Str\u00e4nde z\u00e4hlen zum \u00f6ffentlichen Raum. F\u00fchrt ein Wanderweg \u00fcber ein Privatgrundst\u00fcck, kann eine Geb\u00fchr von ca 40 Kiwi Dollar anfallen.<br \/>\nGreat Barrier Island ist das n\u00e4chste Ziel. Die Insel ist ein echtes Wanderparadies. Ganz d\u00fcnn besiedelt, hohe Berge, alles \u00fcppig gr\u00fcn. Miri und ich zotteln gleich mal von Port Fitzroy auf eine zweit\u00e4gige Wanderung los. Zum 670 Meter hohen Mount Hobson. &nbsp;Ist ja nicht so hoch, aber doch recht anstrengend wenn der Weg kurz vor dem Ziel erst wieder ganz runter ins Tal f\u00fchrt! Von dort bis zum Gipfel sind enorm aufwendig Holztreppen angelegt. Bei der 400sten Stufen h\u00f6re ich auf zu z\u00e4hlen. Muss mich konzentrieren, um den inneren Schweinehund zu \u00fcberlisten. Wer hat das alles gebaut? Ist ja unglaublich! \u00dcbernachtet haben wir in der einfachen Bergh\u00fctte Mt Heale Hut. Die Aussicht ist der Hammer!&nbsp; Wir waren ganz alleine. Zum pennen haben wir uns auf den Tischen im Aufenthaltsraum eingerichtet, um die Aussicht bis nach Auckland und den Sternehimmel zu geniessen. Kalt war es, denn in der H\u00fctte gibt\u2019s keine Heizung und die Temperaturen fallen im Fr\u00fchjahr schon noch empfindlich tief. Great Barrier gef\u00e4llt uns super. In Port Fitzroy lernen wir zuf\u00e4llig den Treppenbauer kennen! Er l\u00e4dt uns zu sich nach Hause ein. Doch wir kommen bei seinem Haus nie an weil wir mit dem Dinghi wieder nirgends anlegen d\u00fcrfen. Alles Privat!<br \/>\nSo und nun geht es nochmals zur\u00fcck nach WhangaRain. Unser Freund Andi kommt von seinem Heimaturlaub in Deutschland zur\u00fcck, was nat\u00fcrlich gefeiert werden muss. Seine Yacht steht in der Norsand Werft an Land. Kurz vor der Einfahrt in den Hatea River, stellt der Wind ab. Segel bergen und unter Motor in die n\u00e4chste Bucht ist der Plan. Doch der Motor startet nicht. Ein heftiger Adrenalinschub schiesst durch s\u00e4mtliche K\u00f6rper an Board. Bl\u00f6der kann\u2019s nicht kommen. Kein Wind und ohne Motor an einer felsigen K\u00fcste, dazu noch mitten in der Schifffahrtsstrasse! Thomas entdeckt den Fehler schnell. Das Kabel vom Anlasser zur Batterie aus der M\u00fclltonne ist defekt. Ha ha, wen wundert\u2018s? Mit etwas Biegen und R\u00fctteln startet der Motor dann doch noch.<br \/>\nFazit der Testfahrt:<br \/>\nAm Dinghymotor klemmt der Schwimmer der den Benzinfluss reguliert.<br \/>\nDer Deutz bekommt ein neues Kabel.<br \/>\nDie Reffhaken am Mast werden anders montiert.<br \/>\nDie Seeventile und Luken und Bullaugen der Robusta sind alle dicht. Der dritte Wassertank l\u00e4sst sich jedoch nicht f\u00fcllen. Das ist sehr schleierhaft. Der Entl\u00fcftungshahn ist neuerdings in der K\u00fcche statt im Bad. Selbe Distanz und H\u00f6he!?!<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sechs Wochen sind bereits vergangen seit die Robusta wieder schwimmt. Sch\u00f6n sieht sie aus! Nur schade hat es nicht mehr geklappt, den weissen Streifen am Rumpf zwischen dem Schwarz und Rot auszubessern \u2013 zu viel Regen! In der Zwischenzeit ist so einiges gelaufen, oder eben auch nicht. Etliche Stunden haben wir gemeinsam verbracht. 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