{"id":9747,"date":"2019-02-20T14:04:41","date_gmt":"2019-02-20T13:04:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sy-robusta.ch\/?p=9747"},"modified":"2019-02-20T14:04:41","modified_gmt":"2019-02-20T13:04:41","slug":"eingliederung-in-die-schwiiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-robusta.ch\/?p=9747","title":{"rendered":"Eingliederung in die Schwiiz"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Weihnachtsfeier endete schon zu fr\u00fcher Stunde in einem Desaster! Das hat mich sehr traurig gestimmt. Ich habe mich so sehr auf die Feier mit meiner Familie gefreut. Will gar nicht genauer darauf eingehen, denn wir hatten es sonst immer so toll. Der Thomas hat wohl gefehlt und ich war \u00fcber diesen Fakt traurig und dementsprechend etwas zu sentimental gestimmt.&nbsp;<\/p>\n\n\n<p>In den Medien h\u00e4ufen sich die Nachrichten \u00fcber dramatische Verh\u00e4ltnisse in den Alpen. H\u00f6rt es jemals wieder auf zu schneien? Hausd\u00e4cher drohen einzubrechen und m\u00fcssen von den Schneemassen befreit werden. Sogar einige D\u00f6rfer sind vom Rest der Welt abgeschnitten. Lawinen begraben Menschen unter sich und entreissen ihre Lebensenergie f\u00fcr immer. So viel Schnee habe ich schon ewig nicht mehr gesehen. Mein Wunsch nach einem Winter mit viel fluffigem Schnee, ist in \u00fcbertriebener Form in Erf\u00fcllung gegangen.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Wegen der andauernden K\u00e4lte, kleide ich mich so, dass mein Schrank leer ist. Diverse Schichten direkt \u00fcbereinander. Das ist einigermassen praktisch, da im Alpenland je nach Situation derart unterschiedliche Klimaverh\u00e4ltnisse anzutreffen sind. In den Einkaufsl\u00e4den ist das Personal bei dieser Affenkl\u00e4lte nur in sommerlichen Shirts gekleidet. Im Zug ist mein linker Schuh an der gl\u00fchend heissen Heizung kleben geblieben und sieht nun echt verschissen aus. In der Post erlitt ich beim Anstehen fast einen Hitzekollaps . Wieder draussen auf der Strasse, f\u00fchle ich wie mein nassgeschwitztes T-Shirt sich in eine Eisplatte verwandelt. Heizen scheint in diesem Land nichts zu kosten. Seit ich denken kann, jeden Winter das selbe Theater. Alle motzen, doch \u00e4ndern wird sich diesbez\u00fcglich niemals etwas.&nbsp;<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<p>Nun sind schon einige Wochen seit meiner R\u00fcckkehr in die Schweiz vergangen und meine Freunde warten gespannt, bis es mir hier verleidet. Doch ich geniesse in vollen Z\u00fcgen so vieles, was ich auf der grossen Fahrt mit der Robusta vermisst habe. K\u00e4se fressen und dabei in einer Badewanne zu liegen ist ein Hochgenuss! Nora und Dieters Waschmaschine ist genial! Alles wird so sch\u00f6n sauber und das schon bei niedrigen Temperaturen, genau wie in der Werbung versprochen. Auf der Robusta wird die W\u00e4sche von Hand gewaschen. Mmmmmm und die Schwiizer Schoggi, mmmmm. Hatte die ersten Wochen davon einen komplett verstopften Darm. Egal. Jetzt bin ich wieder abgeh\u00e4rtet.<\/p>\n\n\n\n\n<p>&nbsp;Die gr\u00f6sste Freude empfinde ich, wenn ich mit den Menschen, die ich auf der Reise so irre vermisse, wieder zusammen sein kann. Ich f\u00fchle mich zerrissen. Jetzt wo ich da bin, sehne ich mich nach dem Leben auf den Ozeanen. Wenn ich weg bin, vermisse ich die Heimat. Umso inniger betrachte ich alles um mich herum. Sauge alles intensivst in mir auf. Mir fallen so viele Dinge auf, die ich fr\u00fcher gar nie so wahrgenommen habe. Sogar jeden Geruch aus der Umgebung ziehe ich rein! Mal Kuhmist statt Fischgeruch ist eine echte Abwechslung.<\/p>\n<p>Schneeflocken sind ja leider geruchlos.<\/p>\n\n\nngg_shortcode_1_placeholder\n\n\n<p>Mit der Arbeit, an meinem alten Job als Stellvertreterin f\u00fcr Anette, habe ich schon fr\u00fcher als vereinbart gestartet. Schwangerschaften verlaufen nicht immer nach Plan. Anette w\u00fcnsche ich eine genussvolle Auszeit. Mit meinen alten Arbeitskollegen habe ich mich sofort wieder bestens verstanden. Mit der neuen Praktikantin auch. Nach viereinhalb Jahren hat sich doch einiges ver\u00e4ndert. Die meisten Jugendlichen kenne ich nicht. Mir f\u00e4llt es leicht schnell mit ihnen in Kontakt zu kommen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Doch ich drehe fast durch, mir all die Namen zu merken. Ich sag&#8217;s euch, selbst das Segeln in den &#8220;Br\u00fcllenden 40-igern&#8221; und sogar den &#8220;Schreienden 50-igern ist entspannter als einen Freitag Abend im Juhu zu arbeiten. Freitag Abend ist das Synonym f\u00fcr &#8220;sich die Kante geben&#8221;. \u00dcber 100 junge Menschen pro Abend, zwischen 16 und 25 Jahren, verbringen ihre Freizeit im Jugendhaus. Hier trifft sich, wie es Roli einmal ausgedr\u00fcckt hat, das bunteste Publikum meist friedlichst&#8230;&#8230; (kleine Erg\u00e4nzung von mir: w\u00e4re da nicht der harte Alkohol und andere Drogen&#8230;..)<\/p>\n\n\n<p>\u00abs&#8217;jugendhus winterthur isch de einzig ort won ich i mim ganze lebe ohni problem shipis, punks, ois, skatertussis und rastas a eim ort gh\u00e4ngt gseh han und sich n\u00f6d ap\u00f6belt hend. ich empfinde das als privileg&#8230;\u00bb<br \/>Roli, 18<\/p>\n<p>(ich pers\u00f6nlich denke, sowas ist nur&nbsp; durch harte Arbeit von einem engagiertem und eingespielten Team m\u00f6glich)<\/p>\n\n\n<p>Ja und jetzt ist der Laden noch viel bunter geworden. Jugendliche Fl\u00fcchtlinge aus kriegsgeplagten Regionen, die alleine als Hoffungstr\u00e4ger f\u00fcr ihre Familien fl\u00fcchteten, sind hinzugekommen. Ihre Geschichten und die Berichte \u00fcber die Flucht in maroden Booten \u00fcber das Mittelmeer, bewegen mich sehr. Ich bin dankbar nicht im Krieg geboren zu sein und gl\u00fccklich das Privileg zu haben, mit der Robusta um die Welt reisen zu d\u00fcrfen&#8230;&#8230;<\/p>\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Weihnachtsfeier endete schon zu fr\u00fcher Stunde in einem Desaster! Das hat mich sehr traurig gestimmt. Ich habe mich so sehr auf die Feier mit meiner Familie gefreut. Will gar nicht genauer darauf eingehen, denn wir hatten es sonst immer so toll. 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