August 15 2019

Kadavu Island

Nächster Plan ist die Insel Kadavu ganz im Süden von Fiji zu erforschen. Kadavu ist eine recht kontrastreiche Insel. Berge mit dichtem Dschungel, felsige Küstenabschnitte, dazwischen wird Ackerbau betrieben und das für die Fijikultur so wichtige Kava angepflanzt. Nicht zu vergessen sind die für die Südsee so typisch weissen Sandstrände mit türkisblauem Wasser und die Korallenriffe.

Hanspeter und Susanne müssen dringend einkaufen. Wir hätten gerne wieder den Biervorrat aufgefüllt. In Vunisea soll es mehrere Geschäfte und auch ein Gemüsemarkt geben.

Auf dem Markt ergattern wir gerade noch paar Karotten. Sonst ist alles schon weg. Sollen morgen früh wieder kommen. Das Bier kostet doppelt so viel wie anderswo. Am nächsten Morgen ist auch kein Markt. Erst wieder in einer Woche. Der Wasserstand ist zu tief. Also können die Bauern mit ihren Booten die Ware nicht zum Markt bringen. Hier wollen wir nicht lange bleiben. Komisches Kaff. Nichts wie weg heir! Die Crew von einer anderen Segelyacht will nach Drue. Dort ist ein kleines Tauchresort. Wenig später liegt die Robusta dort vor Anker. Die Anlage ist völlig heruntergekommen. Meine Güte. Stell dir vor, du buchst einen Tauchurlaub aus dem Katalog, mit schönen Bildern und landest in der Wildnis. Der Strom funktioniert nicht, die Duschen geben nur kaltes Wasser her und zu allem Elend sind da keine anderen Gäste, mit denen du über das ganze klönen kannst. Der Manager, ein wirklich liebenswerter schräger Vogel aus Südafrika erzählt, die Besitzer wollen alles verkaufen und darum wird nicht mehr investiert. In den Tropen schreitet der Zerfall extrem schnell voran. Schade um diesen schönen Flecken Erde! 

Kraxeln auf schmalen Pfaden durch eine steppenartige Landschaft. Bald führt der Weg in den Dschungel, was die Wanderung in eine Schlammschlacht ausarten lässt. Wir dürfen im Resort duschen und verbringen mit dem Schrägen Vogel einen total lustigen Abend. Die Tauchgänge mit den Mantas seien jedenfalls toll, dies berichten Segler die dort waren.

Susanne und Hanspeter treffen wir in der Bucht von Kavala wieder. Hanspeter hat eine übel eiternde Wunde am Fuss. Dazu auch noch Fieber. Das gefällt mir gar nicht. Wir gehen mal nur zu dritt ins Dorf um uns vorzustellen. Ohne Kava. Sagen wir kommen alle zusammen am Montag für das Sevusevu Ritual. Die Männer hängen gerade alle vor einer Glotze und schauen sich ein Rugbyspiel an. Ups wir stören wohl. Sie laden uns aber ein, mit ihnen Kava zu trinken.  Dazu habe ich gerade einen Artikel gelesen. Das Gesundheitsministerium warnt davor, Kavaschüsseln zu teilen. Alle trinken immer aus der selben Kokosschale. Immungeschwächte Personen könnten an einer bakteriellen Meningitis erkranken.

Der Sohn vom Dorfchef berichtet von einer Aerztin die auf der anderen Seite der Bucht eine Krankenstation betreibt. Hämpel gehorcht brav und lässt sich erstaunlicherweise ohne Widerrede dorthin transportieren. Er bekommt von der jungen Aerztin eine Penicillinspritze in den Hintern verpasst und einen schönen Verband. Diese Prozedur wird in den folgenden drei Tagen wiederholt. Gefolgt von einer Rosskur Antibiotika. Bezahlen musste er nicht.  

Als wir nun alle zum Sevusevu antreten, herrschte für Fijiverhältnisse ein ungewöhnlich aktives Treiben im Dorf. Rasen wird gemäht,  Cassava und Gemüse geerntet, Frauen pflücken Blumen. Sogar die Fenster der Kirche werden gereinigt. Vier Männer tragen ein an den Beinen gefesseltes, noch lebendes fettes Schwein hinters Haus….

Der Dorfchef ist gestorben! 

Ich habe Kekse gebacken. Zwei Mädchen schenken uns Papayas. Ein alter Mann bringt Kokosnüsse. Etwas zögernd lädt der Sohns vom Dorfchef uns zur Beerdigung ein. Schnell lehne ich ab, ohne mich mit den andern zu beraten. Habe im Youtube eine Doku von einer Beerdigung gesehen. Stuuuuuunden in der Kirche hocken. Und der für den Chief so pompös dekorierte Sarg hat dann nicht mehr durch die Kirchentür gepasst. Thomas blitzt mich böse an. Er hat schon das leckere Schwein aus dem Erdofen gedanklich im Magen…….

 



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Posted August 15, 2019 by robusta in category "Fidschi

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