October 12 2019

Stressiger Aufbruch in den Norden

Robusta ist vollgepackt mit Lebensmittel. Wann und wo ein Grosseinkauf wieder möglich ist, wissen wir nicht. Japan soll ja teuer sein. Dann eventuell erst wieder in Alaska.

Das frische Gemüse und die Früchte werden sich bei dieser Hitze nicht lange halten. Einiges davon habe ich bereits eingemacht. Die Gläser mit dem Sauerkraut sind in einer Wanne im Cockpit zwischengelagert. Der Prozess der Säuerung ist noch nicht ganz abgeschlossen. Es brodelt und zischt immer wieder aus den Weckgläsern. Durch die Gummidichtungen kann das Gas gefahrlos entweichen. In Chile habe ich mal Karotten gesäuert. Wegen der Kälte stellte ich die Schraubgläser direkt an die Sonne um den Prozess zu beschleunigen. Die Blechdeckel wölbten sich nach wenigen Tagen bedrohlich. Lucie meinte, das sehe nicht gut aus. Ich solle den Überdruck vorsichtshalber in der Dusche ablassen. Hallelujah, bin froh musste ich nicht mit der Karottenfrisur, triefnass durch die ganze Marina latschen. Das Deckshaus zu reinigen wäre massiv mühsamer gewesen, doch die Dusche der Marina sah auch recht übel aus…

Beschaffung von Trinkwasser wird uns die nächsten Monate auch beschäftigen. Die 550 Liter in den Tanks sind zum Kochen und Trinken gedacht. Für den Abwasch und Duschen wird Salzwasser verwendet. Petrus sei bitte gnädig und spende ab und zu mal einen schönen Regenguss um die Tanks zu füllen! 370 Liter Diesel ist eine ganze Menge, vorausgesetzt Flauten werden ausgesessen. Bis zu den Marshall Inseln geht die Route über den Aequator und somit durch die Kalmen. Unbeständiges Wetter und Windstille werden zur Herausforderung.
Schon beim Start der zirka fünf tägigen Überfahrt in den Norden, weht kein Lüftchen. Doch es eilt. Also ist schon ein Teil vom Diesel bis zum Riff, welches vor Einbruch der Dunkelheit passiert sein soll, sinnlos verbraten. Ankern ist nach dem Ausklarieren nicht mehr erlaubt. Bei Verstoss drohen happige Bussen. Kontrollen werden tatsächlich gemacht. Haben’s zwei mal selber erlebt.

Zu unserer Überraschung weht beim Riff eine leichte Brise. Der Motor ist aus, Grosssegel, Klüver und Fock sind gesetzt. Wie schön diese Ruhe. Thomas und ich bestaunen bei Sonnenuntergang wehmütig und entspannt die schöne Bergkulisse der Yasavas.

Ob wir jemals im Leben wieder mal nach Fiji kommen?



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Posted October 12, 2019 by robusta in category "Überfahrt Fiji - Tuvalu

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