April 18 2020

Festland Japan, Ibusuki und Kagoshima

Sind schon ganz gespannt wie das Festland sich anfühlt. Soll ja nochmal total anders sein als die südliche Inselwelt. 

Das Zentrum von Ibusuki erscheint geisterhaft. Viele Liegenschaften stehen leer. Das Onsen ist immerhin ganz nett. Ibusuki soll eine beliebte Touristengegend sein? Äh, schräg. Wir haben kein einziges Foto gemacht!

Das Visum läuft aus und muss verlängert werden. Mit dem Zug ist Kagoshima, wo sich das regionale Immigration Büro befindet, in knapp einer Stunde zu erreichen. Nun sind wir etwas in der Zwickmühle. Sämtliche benachbarten Länder haben ihre Grenzen wegen Corona geschlossen. Sollten die Grenzen demnächst wieder aufgehen, wird die Taifunsaison zum Problem. So haben wir uns folgende Strategie ausgedacht: Stellen gleich einen Antrag um das Visum für ein ganzes Jahr zu verlängern. 

Seitenweise Papiere haben wir bereits online ausgefüllt und ausgedruckt. Schieben nun den Stapel über die Theke in den mit Plastikfolie geschützten Bereich. Zusätzlich wird nun noch eine Liste mit sämtlichen Häfen die wir angelaufen sind verlangt. Was für eine Idiotie. Die Beamten gehen nur auf eine Verlängerung von weiteren 90 Tagen ein. Denn 180 Tage sind die maximale Aufenthaltsdauer pro Jahr in Japan (für einige Staatsangehrige gelten andere Regeln.) Oh wie schrecklich, Mist! Falls Corona in drei Monaten noch immer Thema ist, kann ein erneuter Antrag auf Verlängerung gestellt werden, so lauten die tröstenden Worte der Beamten.   

Die nächsten Tage geht uns so einiges durch den Kopf. Wir sind beide gereizt und gifteln uns immer wieder mal an. Aus Verzweiflung fliessen bei mir die Tränen. Um uns abzulenken, wird die Tuwasliste abgearbeitet. Denn durch die grosse Beanspruchung einer Langfahrtenyacht, fallen immer jede Menge Wartungsarbeiten an. Thomas klopft mit dem Hammer Rost weg, versiegelt, grundiert, überpinselt die Stellen mit roter, schwarzer und weisser Farbe. Am Motor werden Schrauben, Kabel, Oel und Wasser kontrolliert, der Keilriemen nachgespannt und Filter gewechselt. Die Solaranlage kränkelt auch immer wieder mal. Eventuell ist der Regulator altersschwach. Und das Klo will auch immer wieder mal seine Zuwendung. Ich widme mich gerade dem Deckshaus aus Lastwagenplane. An etlichen Stellen ist der Faden gerissen. Ein Reissverschluss ist total korridiert. Ausgerechnet bei den beiden extra langen, ist das Stoffband entlang der Zähne eingerissen. So müssen eigentlich alle vier zwei Meter langen Reissverschlüsse ersetzt werden. Nur schon das Heraustrennen dauert enorm lange. Salzwasser und die krasse UV Strahlung setzen dem Material krass zu!

Nach einer Woche Arbeit sieht die Robusta wieder so richtig gepflegt aus! Nur ich komme nicht vom Fleck. Kämpfe mit der Plane, Reissverschlüssen, Faden und Nadel. Erst im Cockpit, dann wegen Sturm drinnen auf dem kleinen Tisch auf engstem Raum, was super nervig ist. Nach einer Woche täglich Stunden von Hand nähen, brauche ich eine Pause. Meine Finger sind wund. Die nächste Etappe wird mal ohne Deckshaus gesegelt. 

Ich gehe mal an den Strand um Müll einzusammeln. 

 



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Posted April 18, 2020 by robusta in category "Japan

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