March 11 2017

Marquesas – Hiva Oa – Atuona

Das Dinghi ist am Morgen randvoll. Mit Regenwasser! Cool, da kann ich mich ja gleich gemütlich in die Badewanne legen statt am Steg die Open Air Dusche zu benutzen, deren Mauern nur knapp bis auf Schulterhöhe gebaut sind. Die schlechteste, oder je nach Sichtweise beste Zeit zum Duschen ist wenn der voll besetzte Schulbus ganz dicht an der Dusche vorbei fährt. Der Busfahrer wendet seinen Blick anständig ab, doch die Kinder kleben grölend am Fenster.
Bis die Badewanne leer geschöpft ist, braucht Thomi nun dringend eine Dusche. An das feucht heisse Klima müssen wir uns nach einem Jahr im kalten Patagonien erst gewöhnen. Die Kleider kleben dauernd am nass geschwitztem Körper. Deo muss gleich in Kanistern angeschafft werden.


Thomas hat das Hauptruder der Windsteueranlage, das im Schaft gebrochen ist, in die ganz neue Werft geschleppt. Willi kann das Ruder für umgerechnet 50 Euro schweissen. Es danach selber wieder einzubauen war allerdings nicht mehr so einfach. In der Bucht von Atuona läuft eigentlich immer ein beachtlicher Schwell ein und die Robusta will bei der Montage einfach nicht stillhalten. Das Dinghi schwappt am Heck einen halben Meter rauf und runter, was das Hantieren mit Werkzeugen beinahe verunmöglicht. Doch kurz vor absoluter Dunkelheit ist die Montage doch noch vollendet.
Die Stimmung unter den Seglern ist toll. Gegenseitige Besuche und Tratsch machen grossen Spass. Am Mittwoch Abend treffen sich die Segler und Leute vom Dorf am Aussichtspunkt zum Grillen. Ganz einfach; alle bringen etwas für die Allgemeinheit zum Teilen mit. Der unerschwingliche Alkohol ist besonders beliebt. Konsum von Alkohol am Strand und im öffentlichen Raum sind verboten. Dies kündigt ein Brief der Gendarmerie an jeder Ladentür an.

Das Dorf ist vom Dinghi-Steg bei der Tankstelle fünf Kilometer entfernt. Die Gendarmerie teilt uns mit, dass ohne Bedenken per Anhalter gereist werden kann. Kriminalität gibt es hier nicht. Die Menschen sind sehr freundlich. Das erste Auto das uns mitnimmt, biegt statt zur Tankstelle in eine Strasse die auf einen Berg führt. Ich wehre mich und die Madame fragt ob wir es denn eilig hätten? Sie will uns die Insel zeigen. An einem schönen Aussichtspunkt hält sie ihren SUV an und sammelt, während wir den Sonnenuntergang bestaunen, eine ganze Tüte Mangos für uns ein.
Auf der enorm grünen Insel ist die Versorgung nicht ganz einfach. Die Preise sind hoch. Viele Produkte sind aus Frankreich importiert. Grundnahrungsmittel mit den roten Etiketten sind vom Staat subventioniert. In den Geschäften liegen nur wenige schlaffe Gemüse in einem kleinen Gestell. Früh morgens, sehr früh, wann genau kann aber niemand sagen, wird von Montag bis Freitag Gemüse und Früchte von Bauern direkt vom Pickup verkauft: Bei der Post auf dem grossen Platz und in der Nähe der Bank – dort wird auch leckerer frischer Fisch verkauft.
Auffallend ist nach dem Aufenthalt in Südamerika, dass die Menschen ihre Gärten pflegen und liebevoll gestalten. Überhaupt ist Umweltschutz ein Thema. Plastiktüten müssen im Laden teuer gekauft werden und ein Schriftzug mit Bild weist auf verschiedene Naturschutz Themen hin. Auf den Strassen und am Strand liegt kaum Müll. Der Grund ist einfach: zwei mal pro Jahr wird der Bevölkerung verordnet, die Umgebung aufzuräumen und somit vom Müll zu befreien!
 



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Posted March 11, 2017 by robusta in category "Franz. Polynesien / Marquesas

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