June 9 2017

Toau

Der Maraamu, ein starker Wind aus Süd-0st ist angesagt! Dann wird es im Atoll Fakarava vor Rotoava ungemütlich. So flüchten mehrere Yachten in das benachbarte Atoll Toau. Die Yacht die dort im Süden vor Anker liegt, lichtet kurzerhand den Anker und haut ab. Kann ich gut verstehen. Da glaubst du dich gemütlich in totaler Einsamkeit im Paradies zu befinden und dann kommt eine ganze Horde an. Jeder rast mit dem Dinghi hin und her und macht Krach (ausser wir sind noch immer am paddeln). Der Strand wird auch beschlagnahmt. Feuer machen, Grillen. Die gemeinsame Sprache ist Französisch. Doch die Stimmung ist nicht ganz so toll. Das eine Paar nervt. Wir kannten diese Leute noch nicht. Doch auch der Seglertratsch klappt bestens. So waren wir schon eingespritzt und gaben uns gar keine Mühe für ein Kennenlernen.


Toau ist ein fast unbewohntes Paradies. Lassen uns von den kleinen Fischen die Hornhaut an den Füssen abknabbern, kommt Durst oder Hunger auf, sammeln wir Kokosnüsse. Meist endet solch eine Aktion so, dass die Kalorien einer Nuss bei Weitem nicht ausreichen um die aufgewendete Energie um sie zu pflücken und dann noch zu öffnen zu decken.

Der Maraamu ist durchgezogen, ohne all zu fest an den Yachten zu zerren. So und nun geht’s nochmals zurück nach Fakarava und hoffentlich ist das Ersatzteil für den Dinghimotor eingetroffen. Die Enttäuschung ist gross. Nochmals eine Woche auf das nächste Versorgungsschiff warten! Und nun liegen auch noch mega viele Yachten vor Rotoava! Acht Oyster Yachten sind gleichzeitig eingetroffen. Jeder Kahn hat eine überdimensional grosse Oysterflagge an den Mast gebändselt. Die müssen wohl was besonderes sein. Eine ganz andere Garde. Beim Internettreffpunkt (Yachtservice) reden sie schon gar nicht mit uns. Ob es an unserem mit weissem Tape zusammengeklebten 15 Jahre alten Computer liegt?
Sie reisen in einem Pulk um die Welt. Um Formalitäten kümmert sich eine Organisation. An Board reist selbstverständlich auch ein Ingenieur und weiteres Personal mit. Der elitäre Yachty hat ja viel dafür bezahlt. In Gegenden mit Piraten, werden sie von bis auf die Unterhosen bewaffneten Schiffen eskortiert….

Da haben wir vor dem Laden gerade mit den Einheimischen und paar Seglern gejammert, dass hier nichts los ist. Und schon ist der Bär los…. nochmals an die zehn Yachten sind eingetroffen. Alles Amis und Kanadier. Die sind eindeutig lockerer drauf als der Oystertrupp. Hier Biertrinken, dort Geburtstagsparty und schnell ist man sich sympathisch. Sie überreden uns am Sailing Meeting Tahiti – Moorea mitzumachen. Doch bis Tahiti sind es noch über 250 Seemeilen und die Wetterprognosen sagen nur schlappen Wind voraus.



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Posted June 9, 2017 by robusta in category "Franz. Polynesien / Gesellschaftsinseln

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