June 30 2019

Abschied von der Heimat

Viele Tränen sind geflossen beim Abschied von meinem Sohn Sascha und Eltern und Freunde und Kumpels. Das ist der harte Teil vom Abenteuer!

Mein Arbeitseinsatz im Jugendhaus ist zu Ende. War toll mit meinem alten Team und mit der Praktikantin Barla, wieder in der offenen Jugendarbeit tätig zu sein. Teilweise war der Job echt streng. Vor allem in den kalten Wintermonaten war das Haus immer prall voll. Adoleszente Jugendliche können einem ganz schön herausfordern. Danke liebes Team, dass ihr mich angefragt habt, einzuspringen. Habe grad wieder etwas Wehmut. Alles Gute euch allen und den Kids!!

Arbeiten tat der Reisekasse richtig gut. Sollte wieder für eine Zeit reichen. Wir leben und reisen ja sehr bescheiden. Kaufen nur lokale Produkte ein – auch wenn der Nutellatopf im Laden alle Lustrezeptoren auf Hochtouren kurbelt. Statt in Restaurants essen zu gehen, laden wir lieber Freunde auf die Robusta ein. Kleider werden getragen, bis sie zerfallen. In den meisten Ländern sind Flohmärkte oder Secondhandshops anzutreffen, in denen allerlei nützliches zu finden ist. Für Landreisen nehmen wir die lokalen Verkehrsmittel, statt viel Geld für Mietwagen auszugeben. Im Bus erfahre ich in Gesprächen mit den Einheimischen mehr über ihr Leben als aus dem Reiseführer. Der grosse Teil der Ausgaben liegen eindeutig bei der Wartung der Robusta. Nichts hält ewig und eine Reise um die Welt, durch Gebiete mit extremen Windverhältnissen, ist der Verschleiss entsprechend grösser. Doch auch da können Kosten so einigermassen in Grenzen gehalten werden: Inserate am Schwarzen Brett einer Marina, erwiesen sich auch schon als hilfreich. Besonders dann, wenn jemand seine Yacht verkauft, muss ausgemistet werden. Müllcontainer einer Werft sind oft wahre Goldgruben. 

Ja viel Geld auszugeben ist nicht schwer. Besitzen tun wir nur noch die Robusta und was halt so in sie rein passt.

Während den sieben Monaten in der Schweiz musste ich mich echt zusammenreissen, nicht unnötig Geld auszugeben. Der Einfluss durch Werbung, was Mensch scheinbar glücklich machen soll, ist schon verrückt.

Die WG-Zeit bei meinen Freunden Nora und Dieter und den Kindern Milla und Ari war echt toll.

Es sind gute Menschen die auf so vieles verzichten, damit die Welt wieder gesund werden kann. Verzichten ist falsch ausgedrückt. Es geht ums Umdenken. Wieso soll eine Lieblingsjacke nach kurzer Zeit schon wieder entsorgt werden? Nur weil ich dem Modediktat zerfallen bin? Glaubt mir, wir erleben die negativen Auswirkungen vom masslosem Konsum hautnahe. Verdreckte Strände in den entlegensten Gebieten, Anstieg vom Meeresspiegel, veränderte Wind- und Wetterverhältnisse. Ja und nun bin ich sogar noch in den Medien auf folgende Schlagzeile gestossen. Laut einer Studie des WWF isst jeder Mensch weltweit eine Kreditkarte pro Woche! Ist doch unglaublich.

Umdenken ist für uns alle angesagt. 

Zu allem Übel steige ich morgen in ein Flugzeug und kann mich mit dem Langstreckenflug nach Fiji auch zu den krassen Umweltsündern zählen – auch wenn ich schon vier Jahre nicht mehr geflogen bin.



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Posted June 30, 2019 by robusta in category "Schweiz

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