January 14 2017

Pazifik Tag 1 – 3

Anmerkung: leider sind die Buchstaben A – E – U mit Punkten bei der Uebertragung via Funk nicht einsetzbar. Donnerstag 12. Januar Noch immer plagen uns irgendwelche Stiche die schrecklich jucken. Um was fuer Viecher es sich handelt ist nicht ganz klar. Wir sehen sie nicht. Der Apotheker meinte es seien Flohstiche. Birgit raet, wir sollen mal schauen, ob in den Kojen Spuren von Bettwanzen zu sehen sind. Das waere wohl der absolute Gau! Sechs bis acht Wochen auf hoher See mit Bettwanzen! Da sind mir Floehe oder sogar grosse Spinnen aber echt sympatischer! Thomi ist noch einmal in die Stadt, um eine chemische Keule, ein Breitbandprodukt gegen allerlei Ungeziefer zu kaufen. Derweil inspiziere ich mit einer Lupe das frisch gewaschene Bettzeug und die Kojen. Wo wir dann auf hoher See pennen, falls das Gift zum Einsatz kommt, ist mir allerdings schleierhaft. Ankern nochmal im Fluss um mit der nicht ganz vollstaendigen Kalibu Crew auf der Robusta Abschied mit Ruehrei und Tamaten zu feiern. Freitag der 13! An einem Freitag laeuft ein Schiff nicht aus. Und schon gar nicht an einem dreizehnten! Wir sind ja schon am zwoelften fuer den grossen Schlag gestartet. Der Wind hat gerade von Nord auf Sued gedreht. Draussen empfaengt uns der Pazifik mit gewaltig diffusen Wellen. Ich bin gereizt, alles ist so anstrengend! Seekrank war ich bis jetzt zum Glueck auf der ganzen Reise noch nie! Ich liege faul in der Koje rum und habe nur Lust zu lesen. Mindestens ein Brot muss jetzt her. Hantiere mit Mehl und klebrigen Haenden im Cockpit rum. Kann mich kaum ohne Haende in Stellung halten. Eine Welle findet den Weg direkt in die Teigschuessel. Also eruebrigt sich die Beigabe von Salz. Der Wind pustet mit etwa 25 Knoten aus Sued, der Himmel ist leicht bedeckt, bei 20 Grad! Anja Samstag, 14.1. Die erste Nacht war streng fuer mich. Muedigkeit macht sich nun breit und die Bewegungen sind noch unsicher und brauchen Kraft. Die Seebeine muessen erst wieder wachsen. Irgendwann konnte ich mich zum Kochen aufraffen: Ruehreier mit Zucchini. Die Eier flogen naemlich in der Nacht durch die Bilge, darum schnell die kaputten eingesammelt. Kochen ist ebenfalls schwierig – schaukelt es doch erbaermlich, da die Wellen noch so hoch und steil sind. Wir fahren leider noch an Landnaehe, wo der Grund von ueber 4000 auf 100 Meter aufsteigt. AIS Alarm und Display funktioniert nicht mehr. Wenigstens senden wir noch unsere Position und koennen auf dem Kartenplotter die Schiffe sehen. Thomas Fazit: 21 Eier gehen zu Bruch! Etwas spaeter fliegt auch noch ein Liter frisch angesetzter Kefir aus dem Schrank und verteilt sich ueber den Herd via Schubladen bis in die Bilge. Segeln sollte doch Spass machen…



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Posted January 14, 2017 by robusta in category "Pazifik Überfahrt

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